Biathlon-WM: Schipulin holt Silber, Schumilowa läuft an Bronze vorbei

Erst Riesenfreude, dann eine nicht minder große Enttäuschung für die Russen bei der Biathlon-Weltmeisterschaft im finnischen Kontiolahti. Anton Schipulin kam bei der Verfolgung der Herren hinter Erik Lesser als Zweiter ins Ziel. Jekaterina Schipulina stürzte auf der Zielrunde und verpasste die schon sicher gewesene Bronzemedaille.

Beim Sprint am Vortag lag Schipulin nur auf Rang 18. Trotzdem kündigte er an, er würde am nächsten Tag ganz oben mit dabei sein. Gegenüber „Sovsport.ru“ erklärte er das am Sonntag nach dem Rennen so: „Ich muss erst in die Grube fallen, um dann ganz groß wieder herauszukommen. So läuft das immer in meiner Karriere. Ich bin schon oft von ganz hinten aufs Podium gestürmt.“

„Warum das?“, fragten die Journalisten. Antwort: „Die Verantwortung ist eine andere. Ich bin dann nicht mehr nervös, habe nichts zu verlieren. Ich laufe richtig, und nicht so, wie die anderen das gern hätten.“ Das ist ihm gelungen, ohne Zweifel.

Und nun zu Jekaterina Schumilowa. Der vierte Platz im Verfolgungsrennen der Damen war ihr bestes Resultat in der Karriere. Und doch hätte es mehr werden können. Wäre da nicht dieser dumme Sturz gewesen. Im Interview mit „Sovsport.ru“ sagte sie: „Ich bin auf eine Eiskruste aufgelaufen, die Beine knickten weg, ich konnte nichts machen. Und trotzdem freue ich mich über den vierten Platz. Das ist ein gutes Ergebnis.“

Wladimir Korolkewitsch, der Cheftrainer der russischen Biathlon-Frauen, zeigte sich überrascht über den relativen Erfolg von Schumilowa. Die Journalisten fragten: „Hätte Katja Bronze geholt, wäre das ein Wunder gewesen?“ Die Antwort: „Ja. Wir haben überhaupt keine Ziele vorgegeben. (…) Hätte man mich vor der Saison gefragt, hätte ich gesagt, dass die ersten Sechs für uns eine schwierige Aufgabe sind.“

[sb/russland.RU]