Beziehungen mit EU ja – aber…

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Viele Staaten der Europäischen Union fordern schon seit langem die Aufhebung der Sanktionen und eine Rückkehr zur Normalität der Beziehungen mit Russland. Schwindende Geschäfte, die Angst den russischen Markt für immer zu verlieren und ums Überleben kämpfende Unternehmen zwingen die Russland-Politik der Mitgliedsstaaten zum raschen Handeln.

Wladimir Putin sehe auch gar keine allzu unlösbaren Probleme, wie er der griechischen Zeitung „Kahtimerini“ selbst schrieb. Jedoch müsse man aber die Meinungen und Interessen des Anderen gegenseitig berücksichtigen. Zudem müsse „die falsche Logik über Bord geworfen werden, dass eine Seite das Spiel monopolisieren kann!“, so Putin weiter in der konservativen Zeitung aus Athen.

Russland und die EU seien „an einem Scheideweg angelangt, wo eine Antwort auf die Frage erforderlich ist, wie wir die Zukunft unserer Beziehungen sehen und in welche Richtung wir gehen wollen“. Diese Bemühungen seien unter den gegenwärtigen Bedingungen besonders gefragt und sollten in einer „Harmonisierung des europäischen und des eurasischen Integrationsprozesses“ bestehen.

Man müsse den Aufbau einer Zone der Kooperation vom Atlantik bis zum Pazifik starten, erläuterte der russische Präsident mit Blick auf weitere Gaslieferungen bis nach Italien. Am morgigen Freitag will sich Putin zu Gesprächen mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras in Athen treffen. Dabei wolle er die griechische Regierung auch auf eine angedachte Beteiligung an der geplanten Privatisierung der griechischen Bahnen sowie des Hafens von Thessaloniki hinweisen.

„Es ist offensichtlich, dass sich der Alte Kontinent bei den neuen internationalen Realitäten nur dann einen würdigen Platz sichern kann, wenn es die Potentiale aller europäischen Länder, darunter auch Russlands, vereinen würde“, ist sich der russische Staatschef sicher. Im Klartext bedeutet das, dass Russland durchaus ein gesteigertes Interesse an guten Beziehungen zur Europäischen Union habe, allerdings nur unter Miteinbeziehung russischer Interessen.

Der Samstag wird für den Präsidenten ganz im Zeichen des orthodoxen Glaubens stehen. Die Autonome Mönchsrepublik auf dem Berg Athos gilt als Hochburg des orthodoxen Christentums. Aus Athen wurde verlautbart, dass Wladimir Putin dort ein überwiegend von Russen bewohntes Kloster besuchen wolle.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.