Beschuss israelischer durch russische Kampfflugzeuge nicht bestätigt

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[Hanns-Martin Wietek] Am Freitag berichtet »n-tv-online«, russische Kampfflugzeuge hätten im syrisch-israelischen Grenzgebiet zweimal israelische Kampfflugzeuge beschossen, weswegen der  Israelische Ministerpräsident Netanjahu nach Moskau geeilt sei, um dieses mit Präsident Putin zu besprechen.

»n-tv« bezieht sich auf die israelische Zeitung »Yedioth Ahronoth«, die dies als Reuters-Meldung vom selben Tag gebracht und weiter ausgeführt hatte, dass darüber hinaus ein russischer Jäger einen israelischen bedrängt und abzufangen versucht habe.

Weiter meldet »n-tv« mit Bezug auf die »Jerusalem Post« – die sich wiederum auf  eine TASS-Meldung bezieht – der Sprecher des russischen Präsidenten Peskow habe kommentiert „Ich will die israelische Presse nicht kommentieren. aber sie liegt hier weit neben der Realität“.

Präsident Putin, während des Treffens darauf angesprochen, meinte nur „Das ist das erste, was ich höre“ und auch Ministerpräsident Netanjahu erwähnte diese „Vorkommnisse“ mit keinem Wort und erklärte seinen Besuch in Moskau damit, dass zwei Parteien, die in ein und demselben Gebiet gegen Dritte kämpfen, sehr gut kommunizieren müssen, um Missverständnisse und ungewollte Ereignisse zu vermeiden.

„Ich kam hierher mit einem Hauptziel – die Sicherheits-Koordination zwischen uns zu stärken, um Pannen, Missverständnisse und unnötige Konfrontationen zu vermeiden“.

Darüber hinaus ging es Netanjahu darum, klar zu machen, dass Israel die auf syrischem Gebiet liegenden Golanhöhen, von denen Israel vor und während des Sechs-Tage-Krieges schwer beschossen wurde, aus Sicherheitsgründen nie zurückgeben werde. Hintergrund ist ein noch nicht veröffentlichter Friedensplan – an dem Russland als Freund Syriens wahrscheinlich beteiligt ist –, der die Rückgabe der Golanhöhen an Syrien vorsieht.

Zu den angeblichen „Ereignissen“ wurden nicht nur keine Beweise vorgelegt, es sind auch keine zeitlichen und örtlichen Angaben gemacht worden.
(Hanns-Martin Wietek/russland.ru)

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.