Bereitet Poroschenko Verlegung schwerer Waffen an die Kontaktlinie vor?

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Am Freitag hat Poroschenko die Streitkräfte des Landes aufgefordert, bereit zu sein, auf jene Positionen im Donbass zurückzukehren, die sie gemäß der Minsker Vereinbarungen gezwungenermaßen aufgeben mussten.

„Heute müssen wir die Einsatzbereitschaft unserer Artillerieeinheiten erhöhen“, sagte er in einer der Militäreinheiten in der Region Kiew anlässlich des Tages der Raketentruppen und der Artillerie. „Ihr wurdet von der Demarkationslinie zurückgenommen, aber ihr solltet bereit sein, dorthin zurückzukehren, wenn erforderlich“.

Gemäß den Vereinbarungen von Minsk mussten alle schweren Waffen, einschließlich Artilleriesysteme mit einem Kaliber von mehr als 100 mm aus einer 30-Kilometer-Sicherheitszone entlang der gesamten Kontaktlinie im Donbass weggenommen werden.

Der bevollmächtigte Vertreter der Russischen Föderation in der Kontaktgruppe für die Beilegung der Situation im Osten der Ukraine, Boris Grislow erklärte dazu, dass Poroschenkos Worte vor dem Hintergrund der Anstrengungen der Kontaktgruppe vollkommen fehl am Platz wären.

„Poroschenkos Worte werden vor allem von den Bewohnern beiderseits der Kontaktlinie als Bedrohung ihrer Sicherheit wahrgenommen. Seine Worte über die Bereitschaft, Artillerie und Raketensysteme von Waffen zurückzugeben, können nur Besorgnis erregen. … Sie sind vor dem Hintergrund der gemeinsamen Anstrengungen der Kontaktgruppe Minsk für die friedliche Beilegung des Konflikts besonders unangemessen“, sagte Grislow.

[hmw/russland.NEWS]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.