Belarus: Haft für Lukaschenkos millionenschweren Eishockey-Buddy

Foto. Commons.wikimedia/Serge Serebro, Vitebsk Popular News CC BY-SA 4.0Foto. Commons.wikimedia/Serge Serebro, Vitebsk Popular News CC BY-SA 4.0
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[Von Jens Mattern] – Die Wirtschaftslage des Landes ist desolat, der Druck auf die Oligarchen wächst.

Der „Zeisig“ musste in den Käfig: Juri Tschysch (Zeisig) zweitreichster Oligarch von Belarus, sitzt seit dem Wochenende in Untersuchungshaft. Wegen „schwerer Steuerhinterziehung“ so die offizielle Verlautbarung des Geheimdiensts mit polizeilichen Vollmachten namens „KGB“. Er soll im Begriff gewesen sein, Kapital ins Ausland zu transferieren.

Der 52-Jährige war zumindest der medialen Inszenierung nach ein „Kumpel“ des Präsidenten Aleksander Lukaschenko. Er spielte mit ihm in einer Eishockey-Mannschaft und war zugegen, als der weißrussische Präsident sich als Erntehelfer inszenierte, auch als der Präsident im vergangenen Sommer Gerard Depardieu das Sensen beibrachte. Er gilt oder besser galt als klassischer Repräsentant des „Palast-Kapitalismus“. Über die wahren Gründe der Verhaftung wird noch spekuliert.

Der studierte Ingenieur war wie Lukaschenko vor dem Zerfall der Sowjetunion in der Landwirtschaft beschäftigt, in den wilden frühen Neunzigern gründete er die Firma „Triple“, die zu einem Mischkonzern heranwuchs, unter anderem mit den Bereichen Mineralöl, Pharmazie, Agrartechnik, Baugewerbe und Dienstleistungen. Doch durch die Ölkrise, der Rohstoff wird aus Russland geliefert, liefen die Geschäfte schlechter.

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