Befürchtungen resp. Prognosen werden Realität

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[von Hanns-Martin Wietek] Da flatterte uns heute eine Nachricht auf den Tisch, die wir genauso ungläubig wie die ostukrainischen Rebellen zuerst nicht glauben wollten, entsprach sie doch allzu sehr unseren Prognosen:

Die ostukrainischen Volksmilizen – oder nach ukrainischem Jargon „Rebellen“ – beobachteten, dass die ukrainischen Militärs eine Operation gegen die mit ihnen verbündeten Rechtsextremen-Milizen durchführten.
„Eine unbekannte Einheit hat einen Stützpunkt der nationalistischen Milizen gestürmt und erobert (…) Sie setzten lautlose tödliche Waffen ein, die nicht der Kalaschnikow-Klasse angehören, sondern offenbar aus der Produktion westlicher Firmen kommen (…) Das ist das erste Mal seit Ausbruch des Konflikts, dass wir eine derartige Operation auf dem von Kiew kontrollierten Territorium beobachten“.

Und die OSZE bestätigt den Vorfall in einer Mitteilung:
„Nach diversen Medienberichten über eine Konfrontation zwischen den ukrainischen Streitkräften und Mitgliedern der Freiwilligen-Miliz des Rechten Sektors, die am 28. April in einem Militärlager in Velikomykhailivka (117 Kilometer südöstlich von Dnipropetrowsk) stattfand, hat die OSZE-Beobachtergruppe den regionalen Führer des Rechten Sektors kontaktiert. Dieser sagte, Mitglieder des Rechten Sektors hätten sich geweigert, auf Ersuchen der ukrainischen Streitkräfte ihre Waffen niederzulegen. Das ukrainische Militär wollte keine Stellungnahme abgeben. Doch die OSZE-Beobachtergruppe solle es vermeiden, in das Militärlager zu reisen“.
Und der Chef des Rechten Sektors, Dmytro Jarosch, habe der Regierung in Kiew nach dem Vorfall mit einem Staatsstreich gedroht.

So schnell hatten wir mit der Zuspitzung dieses Konflikts nicht gerechnet. Über die Herkunft der zweifellos hightec „lautlos tötenden Waffen“ und deren Benutzer konnten wir nur spekulieren (weshalb wir schwiegen).

Nun meldet die alles andere als ukrainefeindliche bzw. russlandfreundliche »Frankfurter Allgemeine Zeitung« „Bruderzwist am Rande des Krieges“, und schreibt über einen schwelenden Konflikt, über den bisher der Mantel wohlwollenden Schweigens gedeckt war.

Hier der Artikel der F:A:Z: >>>>>>>>>