Beach Soccer WM 2015: Russland gewinnt die goldene Ananas

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Espinho – Nun ist es amtlich. Russland ist entthront. Zumindest im Beach Soccer. Nachdem die Hausherren Portugal die Sbornaja im Halbfinale mit 4:2 vom Platz, vielmehr aus dem Sand gefegt hat, blieb den Russen noch das Spiel um Platz Drei. Italien hieß der Gegner und wir lassen dieses Match noch einmal Revue passieren.

Das Wetter wie gehabt, schwül, knapp über 20 Grad. Der Sand knöcheltief, eben Beach. Eigentlich hätten die Azuri auch gleich zu Hause bleiben können, denn Russland war, wenn schon um den erneuten Titelgewinn in Folge beraubt, zumindest noch scharf auf den undankbaren dritten Platz. Also bekamen eben die Italiener ihr Fett weg. Mit einem 3:0 nach den ersten 12 Minuten, also dem ersten Drittel, war der Deckel zu, Nägel mit Köpfen gemacht, Italien demontiert.

Den Auftakt zum munteren Scheibenschießen setzte Igor Schaikow in der dritten Spielminute. Bis in die zehnte Minute wollten die Russen einfach nicht ins italienische Tor treffen, ehe sich Anatoli Peremitin erbarmte und das 2:0 erzielte. Eine Minute später sorgte der Abwehrspieler Kirill Romanow für das 3:0, noch kurz bevor die Seiten gewechselt wurden. Bereits eine Minute nach dem Wiederanpfiff war es erneut Peremitin, der den Treffer zum 4:0 markierte. Das 5:0 in der 18. Minute durch Artur Paparotnyi sollte der letzte Treffer der Sbornaja in dieser Partie sein.

Den Italienern blieb im letzten Drittel nurmehr Ergebniskosmetik. In der 25. und 32. Minute durften die Azuri noch ihre beiden Ehrentreffer erzielen und damit war das Spiel um den dritten Platz bei dieser Beach Soccer WM 2015 endgültig beendet. Immerhin, Russland steht nicht ganz ohne etwas Vorzeigbaren da, auch wenn es diesmal mit dem Turniersieg nichts wurde.

Weltmeister dieses Turniers wurde erwartungsgemäß der Gastgeber aus Portugal, der Tahiti im Finale mit 5:3 bezwingen konnte. Somit hält sich auch die Schmach Russlands in Grenzen, ist man schließlich im Halbfinale am späteren Weltmeister gescheitert. In zwei Jahren werden die Karten neu gemischt und die Sbornaja hat wieder eine Chance den dritten Weltmeistertitel fest zu meißeln. Wir gehen jetzt eine Runde schwimmen und freuen uns auf den nächsten Event. Einen weiteren Event, der aus der Langeweile eines Strandurlaubs entspringt und kostenträchtig vermarktet werden kann. Vielleicht treffen wir uns ja einmal bei den Beach Domino Weltmeisterschaften…

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.