Baltikum – lautes Zögern zur Flüchtlingsquote

Foto: Wikipedia/Magnus Manske CC BY-SA 2.0Foto: Wikipedia/Magnus Manske CC BY-SA 2.0
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[Von Jens Mattern] – Die Quotenverteilung wird abgelehnt, der „Solidarität“ können sich die Länder, die auf die Einheit der EU gegenüber Russland setzen, aber nicht ganz entziehen.

Das kleinste der baltischen Länder hat sich bislang am eindeutigsten zu der von EU-Kommissionspräsident Jean Claude Juncker geforderten Aufstockung bekannt. Mit verkniffener Miene vor den Mikrofonen verkündete Taavi Roivas, Premierminister von Estland, man werde zusätzliche 373 Flüchtlinge aufnehmen, die zu den im Juli bewilligten 150 Flüchtlingen hinzukommen. Doch obwohl die Zahlen angesichts des Flüchtlingsansturms im Westbalkan gering sind, sind die Widerstände im Baltikum groß. Die Bevölkerung fürchtet das Unbekannte.

„Im Jahr 1949 waren eine Million Menschen in Europa auf der Flucht, davon 70 000 Esten“, versucht die regierungsnahe Zeitung Postimees seiner Bevölkerung ins Gewissen zu reden. Doch in der Regionalverwaltung macht man nicht mit. Das Sozialministerium fragte dort bereits im August an, wie es mit der Unterbringung von Flüchtlingen ausschaue. Von 213 Kreisen antworteten 24 mit „Nein“, zwei wollten insgesamt zwei oder drei Familien aufnehmen, der Rest ist noch unentschieden. Oft wurden die Absagen damit begründet, dass man mit eigenen sozialen Problemen genug belastet sei.

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