Ausstellung: „Instinkte und Mythen“

Igor Bleischwitz gehört einer heute weltweit mobilen Transit-Generation an – in Kasachstan geboren, mit volksdeutsch-russischen Wurzeln. Während der Wende wanderte er mit seiner Familie nach Deutschland aus, setzte hier seine Schulzeit fort und schloss 2011 das Studium der Malerei in Freiburg ab. Die Ausstellung „Instinkte und Mythen“ zeigt verschiedene Arbeiten dieses jungen hochinteressanten Künstlers, mit den zwei großen Oberbegriffen betitelt wurden, um seine künstlerischen Leitmotive hervorzuheben.

Bleischwitz strahlt Ungebundenheit aus, er vereinigt eine Altmeister-Maltradition mit moderner Optik, malt kleine Formate wie z.B. sein Vogel-Lexikon, um das künstlerische Handwerk zu perfektionieren und zugleich entwirft Großformate (wie „Heroische Bilder“ oder „Privatbilder“) – ohne Vorlage und mit beindruckenden Gestalten (Menschen, Tieren, Zwischenarten) und Inhalten. Seine Bilder besitzen sowohl eine gewisse Nostalgie als auch Ironie, zugleich aber auch Intimität und Fremdheit. Dadurch zieht Bleischwitz seine Betrachter in den Bann, mit einem inhärenten Widerspruch, der sich im nächsten Schritt in eine durchaus berechtigte und stimmige Interpretation verwandelt. Seine Farbigkeit ist besonders sensibel, die dick aufgetragenen Pinsel-Striche sind von Bild zu Bild unterschiedlich in der Wirkung – von frei, energievoll und wohltuend hin zu undurchsichtig und unheimlich. Die Objekt-Konturen sind sowohl klar definiert als auch in der Aura des eigenen Hintergrundes verschwommen – ganz gleich, ob es sich um Öl-auf-Leinwand-Bilder oder um zarte Aquarelle handelt.

Seine Kompositionen reichen auf der Skala von schlicht, auf das Elementare und Instinktive fixiert bis hin zu narrativ und mythisch. Bleischwitz ist dem menschlichen und tierischen Authentischen und Instinktiven auf den Fersen – neugierig und gleichzeitig voller Respekt. Er ist vom Mythischen (ob von alten oder modernen Mythen) fasziniert, allerdings nicht unbeabsichtigt, sondern weil dies das Instinktive verkleidet, diesem eine bestimmte Symbolik verleiht und zu außergewöhnlichen Interpretationen hinführt.

Ob Bleischwitz̕ Begriffe wie ‚Instinkt‘ und ‚Mythos‘ oder ‚das Authentische‘ und ‚das Ideologische‘ in ein gleichberechtigt gesteuertes Zusammenspiel oder in ein naturbedingtes Missverhältnis bringt, möchten wir dem Urteil des Zuschauer überlassen.

Ausstellungsdauer: 03.07.2014 – 03.08.2014

Öffnungszeiten: Mi – Fr: 11.00 – 19.00 Uhr und Sa: 12.00 – 16.00 Uhr

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