Ausstellung „A.S. Puschkin und M.J. Lermontow“

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Die beiden großen Dichter des 19. Jh. A.S. Puschkin und M.J. Lermontow sind sich persönlich niemals begegnet. Ihre Schicksale haben jedoch viel Gemeinsames: Beide wurden in Moskau geboren und wohnten danach in Petersburg; im Leben beider Dichter spielte der Kaukasus eine große Rolle. Sie hatten viele gemeinsame Bekannte, die ihren Weg begleiteten und starben beide durch ein Duell.

Puschkin wurde in Moskau 1799 geboren; Lermontow 1814. In der Hauptstadt kann man zahlreiche Orte finden, an denen sich die Dichter zu unterschiedlicher Zeit aufhielten, über die sie schrieben und an die sie sich zum Abschied erinnerten: die Adelsversammlung, das Bolschoi Kamenny Theater, die Moskauer Universität, der Twerskoj und der Roshdestvenskij Boulevard, der Rote Platz, der Moskauer Kreml.

In den 1830er Jahren lebten Puschkin und Lermontow in Petersburg. Viele Orte der nördlichen Hauptstadt waren eng verbunden mit ihrem Leben und Schaffen. Die letzte Wohnung Puschkins befand sich an der Uferstraße des Flusses Moika, wo sich auch eine Junkerschule befand, in die Lermontow 1832 aufgenommen wurde. In den Jahren 1811-1817 lernte Puschkin am Lyzeum Zarskoje Selo. 1834 wurde Lermontow Kornett des Leibgardehusarenregiments, dessen Kasernen sich auch in Zarskoje Selo befanden.

Puschkin besuchte zweifach den Kaukasus – 1820 und 1829. Von diesen Reisen beeindruckt schrieb er »Der Gefangene im Kaukasus« und „Die Reise nach Arzrum während des Feldzuges im Jahre 1829“ sowie zahlreiche lyrische Werke. Lermontow war erstmals mit seiner Großmutter J.A. Arsenjewa im Jahr 1825 im Kaukasus. 1837 wurde er zum Militärdienst in den Kaukasus geschickt wegen des Gedichtes „Der Tod des Dichters“ und 1840 erneut für das Duell mit dem französischen Gesandten Ernest de Barante. In seiner Poesie besang er den Kaukasus, die rauen Sitten und die Lebensweise der Bergbewohner, ihre Freiheitsliebe und Geisteskraft. Der letzte Roman von Lermontow „Ein Held unserer Zeit“, dessen Handlung im Kaukasus spielte, war nach Meinung vieler Weggefährten unter dem Einfluss von Puschkins „Eugen Onegin“ entstanden.

Lermontow war mit zahlreichen Freunden Puschkins bekannt: V.A. Shukovskij, A.O. Smirnowa (Rosset), J.M. Chitrovo, P.A. Vjasemskij, A.I. Turgenjew, F.F. Wiegel, J.A. Baratynskij, V.F. Odojewskij, W.A. Sollogub, N.V. Gogol, P.H. Grabbe, J.P. Rostoptschina, mit der Witwe des Dichters N.N. Puschkina und dessen Bruder L.S. Puschkin.

Der Name Lermontows wurde in ganz Russland durch das Gedicht „Der Tod des Dichters“ bekannt. Es war dem Tod Puschkins gewidmet, der im Duell mit Dantes am Schwarzen Fluss im Jahr 1837 tödlich verwundet wurde. Lermontow selbst wurde im Duell mit N.S. Martynow im Jahr 1841 unweit von Pjatigorsk am Fuße des Berges Maschuk getötet.

Gogol verglich die Umstände des Endes beider Dichter und schrieb: Beide „waren zum gewaltsamen Tod verdammt im Laufe eines Jahrzehnts in der Blüte ihres Lebens und der umfassenden Entwicklung ihrer Kräfte“.

Die Ausstellung geht noch bis 31.08.2015

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