Aus der US-Schutzzone kommende Terroristen kapern zwei Hilfskonvois in Syrien

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IS-Milizionäre aus dem von den USA kontrollierten Gebiet haben zwei Konvois mit Medikamenten und Nahrungsmitteln für zwei syrische Siedlungen beschlagnahmt, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Mittwoch.

Zwischen dem 2. und 3. Oktober seien etwa 600 IS-Milizionäre aus dem Flüchtlingscamp in der US-kotrollierten Zone in einer Kolonne geordnet mit Geländewagen westwärts gefahren. Nach 300 km hätten sie den Grenzübergang an der syrisch-jordanischen Grenze zur südlichen De-Eskalationszone überquert.

Es sei schon ein „seltsamer Zufall“, dass sie dort auf zwei Konvois mit Medikamenten und Nahrungsmitteln für die Bevölkerung in dieser De-Eskalationszone getroffen seien. Die Konvois wurden gekapert und die Waren – insgesamt 90 Tonnen – umgeladen.

Nach Konaschenkows Meinung hätten die 600 IS-Terroristen, die aus dem von den USA kontrollierten Gebiet kamen, entweder von der Lieferung gewusst und den Konvoi überfallen oder sie hätten mit den Verantwortlichen des Konvois zusammengearbeitet.

Nach Angaben des russischen Generals fuhren auch etwa 300 Terroristen des IS in Pick-ups durch die US-kontrollierte Zone und versuchten, die Straße Damascus-Deir ez-Zor zu blockieren, über die syrische Truppen versorgt und humanitäre Hilfe für Zivilisten geleistet wird.

Laut Konaschenkow stellt sich die Frage, wie die Terroristen ungeschoren durch das US-kontrollierte Gebiet hindurchkamen. Darauf habe man bis jetzt keine Antwort bekommen.

Außerdem erwarte man von US-amerikanischer Seite eine Antwort auf die Frage, weshalb sie direkt vor ihrer Nase operierende IS-Terroristen nicht sehen. Russischerseits habe man Fotografien, auf denen auf der US-Basis in al-Tanf eine Fülle von Pick-ups mit schweren Maschinengewehre und rückstoßfreien Waffen, die nicht typisch für die US-Armee sind, zu sehen sind. Allein aus militärtaktischen Gründen veröffentliche man die Aufnahmen nicht.

Das russische Verteidigungsministerium sieht in dem Ganzen einen Versuch, den Friedensprozess in der 4. südlichen Deeskalationszone in Syrien zu stören, und die Verantwortung für diese Sabotage trage die US-Seite.

„Angesichts der bedrohlichen Verstärkung der IS-Kräfte mit Zustimmung der USA und der Tatsache, dass man sich Medikamente und Nahrungsmittel verschafft, muss man kein Experte sein, um den Versuch zu erkennen, dass das Friedensabkommen jetzt auch in der südlichen Deeskalationszone gestört werden soll und dass die gesamte Verantwortung für die Sabotage des Friedensprozesses von der US-Seite getragen wird „, sagte Konaschenkow.

[hmw/russland.NEWS]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.