Aufholjagd erfolgreich beendet: Russland für Fußball-EM 2016 qualifiziert

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Noch vor anderthalb Monaten hatte es düster ausgesehen mit den Chancen der russischen Nationalelf auf die Teilnahme an der Europameisterschaft 2016. Aber dann ging Fabio Capello und kam Leonid Slutzki: kam, sah und siegte – die restlichen vier Spiele unter seiner Leitung wurden allesamt gewonnen, und Russland löst als Gruppenzweiter die direkte Fahrkarte nach Frankreich.

Vor der letzten Begegnung Montagabend in Moskau gegen Montenegro hatte der Sbornaja ein einziger Punkt gefehlt. Diese Minimalaufgabe wurde bravourös gelöst – bereits zur Pause stand es im so gut wie ausverkauften Spartak-Stadion 2:0 für die Gastgeber; die Treffer hatten Oleg Kusmin (33. Minute) und Alexander Kokorin (37. Minute, Elfmeter) besorgt. Russlands Schlussmann Igor Akinfejew war so gut wie arbeitslos, und mit ein bisschen mehr Treffsicherheit hätte das Ergebnis auch höher liegen können.

Totgeglaubte leben länger

Als Sluzki, jahrelanger Cheftrainer des Moskauer Erfolgsvereins ZSKA, dem Notruf des Fußballverbandes folgte, standen die Zeichen auf Sturm. Vier Spiele vor Schluss der Qualifikation zur EM lag die Sbornaja weit abgeschlagen auf dem dritten Gruppenplatz – acht Punkte hinter den unschlagbaren Österreichern und vier hinter Schweden.

Der bullige neue Chef fand sofort den richtigen Draht zu den Spielern, die durch Capellos autoritäre Führungsweise sichtlich eingeschüchtert waren und jede Freude am Spiel verloren hatten. „Die Chemie stimmt wieder“, lautete das allgemeine Fazit, kaum hatte Sluzki das Heft in die Hand genommen.

Und dann kam ein Sieg nach dem anderen: zuerst das äußerst wichtige 1:0 gegen Hauptkonkurrent Schweden (5. September); drei Tage später folgte das befreite 7:0-Torfestival gegen Liechtenstein; auch das Match gegen Moldawien am letzten Freitag erbrachte einen Sieg (2:1); und nun ist mit dem 2:0 gegen Montenegro der fette Schlussstrich gezogen.

Sbornaja und/oder ZSKA – was wird mit Sluzki?

Die Qualifikations-Qualen sind also ausgestanden. Nun rückt die Frage in den Vordergrund: Wer wird die russische Nationalmannschaft auf das Turnier in Frankreich vorbereiten und bei der EM betreuen? Niemand zweifelt daran, dass Sluzki den Job weitermachen sollte. Aber die Sache hat einen Haken.

ZSKA möchte den Erfolgscoach nicht hergeben, und der Doppeljob Verein/Nationalelf wird nicht gern gesehen. Das muss aber auch nicht sofort entschieden werden, denn bald geht die Nationalmannschaft in den Winterschlaf, und Sluzki kann sich voll und ganz auf seinen Verein konzentrieren. Und im nächsten Jahr sehen wir dann weiter.

[sb/russland.RU]