Arktis-Staaten wollen Eisbär retten

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Auf der am Freitag in Moskau zu Ende gegangenen Eisbär-Konferenz haben sich die arktischen Anrainerstaaten auf die Eckpfeiler eines umfassenden Aktionsplans verständigt. Die Naturschutzorganisation WWF erklärte, die wichtigsten Ziele auf dem Ministertreffen seien erreicht worden und die internationalen Schutzbemühungen für den Eisbär und seinen Lebensraum hätten politische Rückendeckung erhalten.

Konkret haben sich Dänemark, Kanada, Russland, Norwegen und die USA dazu verpflichtet ein grenzüberschreitendes Bestands- und Konflikt-Monitoring einzuführen. Ziel ist es Populationsentwicklungen, aber auch Mensch-Tier-Konflikte (die nicht seltene mit dem Abschuss  eines Eisbären enden) systematisch zu erfassen. Dies sei Grundvoraussetzung für weitere Schutzaktionen und präventive Anti-Konflikt-Maßnahmen, so der WWF. Hierbei sei eine grenzüberschreitende Vernetzung der Behörden vor Ort und lokaler Gemeinden entscheidend. Im Idealfall könne sich dann ein Wildhüter aus Alaska mit seinem Kollegen an der norwegischen Küste unkompliziert und schnell austauschen, wenn es beispielsweise darum gehe, geeignete Vergrämungsmaßnahmen bei Bären in Siedlungsnähe zu finden. Das helfe letztlich den Menschen vor Ort und den Eisbären.

Desweiten haben die Arktis-Staaten auch den besonderen Überlebensdruck anerkannt, der durch den Klimawandel auf der Tierart und dem gesamten arktischen Lebensraum lastet. Die Regierungsvertreter erklärten, man wolle dies bei der Ausbeutung von Rohstoffen und Bodenschätzen und dem zunehmenden Schiffsverkehr besonders berücksichtigen und anerkennen. Der WWF sieht in dieser Absichtserklärung zwar ein „Signal des guten Willens“, dieses müsse jedoch noch durch konkrete Maßnahmen bestätigt werden. „Wir werden die Nordpol-Anrainer genau beobachten und sie gegebenenfalls an die heute gemachten Zusagen und Versprechen erinnern. Nur so, hat der Eisbär und mit ihm das gesamte arktische Ökosystem in einer durch den Klimawandel beeinflussten Zukunft eine Chance“, so ein WWF-Vertreter.