Amokläufer erschießt vier Menschen

Foto: commons.wikimedia/Franco Atirador CC BY-SA 3.0

In dem Datschenvorort Kratowo, 20 Kilometer vom Süden Moskaus entfernt, erschoss ein Amokläufer vier Menschen. Anschließend lieferte er sich ein mehrstündiges Feuergefecht mit der Polizei, bei dem der Mann schließlich getötet wurde.

Wie russische Agenturen berichteten, seien bei der Tat vier Polizisten und zwei unbeteiligte Personen verletzt worden. „Der Schütze wurde liquidiert“, zitierte Interfax den zuständigen Einsatzleiter der Polizei. An dem fast siebenstündigen Einsatz waren zweihundert Sicherheitskräfte beteiligt, heißt es. Bei dem Gefecht sei das Haus in Brand gesetzt worden.

Der 50-jährige Amokschütze habe demnach aus einem Haus heraus wahllos auf vorbeigehende Passanten geschossen. Vier Menschen fielen den Schüssen zum Opfer. Der Mann konnte zunächst in ein nahegelegenes Waldstück flüchten, wo er schließlich von der Polizei eingekesselt wurde. Dabei soll er mehrfach Handgranaten und selbstgebaute Sprengsätze auf die Beamten geworfen haben. Nachdem ein gepanzerter Mannschaftstransporter zu dem Einsatz hinzugezogen wurde, hatte der Spuk ein Ende.

Wie örtliche Medien nach der Tat schilderten, sei der Mann Betrunken gewesen oder anderweitig berauscht gewesen. Auch von einer Behandlung wegen psychischer Auffälligkeit wird berichtet. Angeblich sei die Tat auf einen Nachbarschaftsstreit zurückzuführen. Wie Innenminister Wladimir Kolokolzew heute Morgen sagte, würden die genauen Motive jetzt überprüft.

[mb/russland.NEWS]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.