Amerikas Achillesferse

Putin bei der Siegesparade 2015 im "Ewigen Regiment"Putin bei der Siegesparade 2015 im "Ewigen Regiment"
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[von Dmitry Orlov] Am vergangenen Samstag wurde in Moskau eine riesige Siegesparade zum Gedenken an den 70. Jahrestag der Kapitulation Nazideutschlands vor der Roten Armee und an die Aufrichtung der sowjetischen Fahne auf dem Reichstagsgebäude in Berlin abgehalten. Es gab ein paar unübliche Erscheinungen in dieser Parade, die ich erörtern möchte, da sie in Widerspruch stehen zu der Erzählung der offiziellen Propaganda des Westens.

Fürs erste waren es nicht nur russische Soldaten, die in der Parade marschierten, sondern es nahmen Soldaten aus zehn weiteren Ländern daran teil, darunter die chinesische Ehrengarde und ein Kontingent Grenadiere aus Indien. Auf der Ehrentribüne befanden sich hochrangige Persönlichkeiten aus diesen Ländern, so saßen der chinesische Präsident Xi Jinping und seine Gemahlin neben Präsident Wladimir Putin, der in seiner Rede am Beginn der Parade vor Versuchen warnte, eine unipolare Welt zu schaffen – scharfe Worte, gerichtet direkt an die Vereinigten Staaten von Amerika und deren westliche Alliierte.

Ein Blick auf die militärische Ausrüstung, die über den Roten Platz rollte oder flog, ergibt den Eindruck, dass abgesehen von einer gegenseitigen atomaren Selbstvernichtung das Militär der USA nicht viel gegen Russland aufzubieten hat, was Russland nicht neutralisieren könnte.

Es hat den Anschein, dass die amerikanischen Versuche, Russland zu isolieren, genau das Gegenteil bewirkt haben: wenn zehn Länder, mit rund drei Milliarden Einwohnern, unter ihnen die größte Wirtschaft der Welt, bereit sind, ihre Differenzen beiseitezulegen und Schulter an Schulter mit den Russen stehen, um sich den amerikanischen Versuchen entgegenzustellen, die Welt zu dominieren, dann wird Amerikas Plan ganz gewiss nicht aufgehen. Die Medien des Westens konzentrierten sich auf die Tatsache, dass westliche Führer es ablehnten, an der Feier teilzunehmen, sei es in einem Anfall von Groll oder auf Weisung der Obama-Administration. Aber das zeigt nur ihre gemeinsame Bedeutungslosigkeit, sei es beim Sieg über Hitler oder angesichts der Feier seiner Niederlage 70 Jahre danach. Dessen ungeachtet dankte Putin in seiner Rede besonders den Franzosen, den Briten und den Amerikanern für ihren Beitrag zu den Anstrengungen des Krieges. Ich finde es schade, dass er die Belgier nicht erwähnt hat, die in Dünkirchen so hilfreich waren.

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