Bald neue Solidaritätsdemo mit Russland in Berlin

Rechtspopulisten sind nicht erwünscht - Russendeutsche Organisatoren - Reaktion auf die Vereinnahmung der letzten prorussischen Demo durch Neonazis

Geärgert haben sich russische Teilnehmer der Demonstration „Kein Krieg mit Russland“ am letzten Sonntag in Berlin wegen der Vereinnahmung ihrer Aktion durch deutsche Rechtspopulisten. Sie haben nun für 13.4. eine eigene Demo in der Bundeshauptstadt angekündigt – Rechtsextremisten und -populisten sind bei ihr ausdrücklich unerwünscht.

russland.RU hat berichtet über die rechten Trittbrettfahrer, die eine Demonstration zur Selbstdarstellung nutzten, die eigentlich Verständnis und Friede mit Russland zum Ziel hatte. Wohl etwas überrumpelt und überfordert war der damalige ebenfalls russische Veranstalter gewesen, der mit dem Begriff „Pro-Bewegung“ nicht viel anfangen konnte und die merkwürdig interessierten strammen Deutschen mitlaufen und dann sogar Ansprachen halten ließ. Das Ergebnis war fatal. Die Rechten schraken nicht einmal davor zurück, zufällig anwesende kleine russische Ballerinas für die Imagewerbung auf der eigenen Facebookseite einzuspannen.

Abschrecken von weiteren Aktionen ließen sich jedoch die nicht-rechten damaligen Teilnehmer unter der Führung des Russlanddeutschen Alexej Danckwardt nicht. Unter dem neuen Motto „Nein zum Krieg mit Russland“ kämpfen sie weiter gegen eine Eskalation des Konfliktes zwischen der EU und Russland durch Sanktionen und militärische Reaktionen der NATO sowie die unfaire Berichterstattung der deutschen Mainstream-Medien über die Krim-Krise und die Situation in der Ukraine. Dabei richtet sich die neue Demonstration am 13.4. ganz bewusst nicht gegen die Ukraine, sondern tritt für Frieden ein – aber eben nicht nur durch Aufrufe zur Deeskalation an Russland, sondern auch durch eigene Deeskalation des Westens.

Es ist kein Wunder, dass diese neue Initiative aus der Szene der Russlanddeutschen und in Deutschland lebenden Auslandsrussen kommt. Gerade in diesem Bereich ist die Unzufriedenheit mit der einseitigen Haltung von deutschen Medien und Politik besonders groß, was sich an den vielen Kommentaren zu jedem einschlägigen Artikel von ARD und ZDF in Sozialen Netzwerken zeigt. Aktuell sucht der Kreis der russlanddeutschen Organisatoren über deutsch-russische Vereine weitere Unterstützer für die Demonstration. Hier befindet sich ihre neue Facebook-Seite: https://www.facebook.com/peacerussiaukraine

(c) Foto 2014 Alexej Danckwardt