Academi (vormals Blackwater) in der Ukraine?

Die Bild am Sonntag meldet heute, dass 400 Elitesoldaten des US-Militärdienstleisters Academi, der früher Blackwater hieß, ukrainische Sicherheitskräfte unterstützten. Sie beruft sich dabei auf Informationen des BND.

Wörtllich schreibt die Bild am Sonntag: „Wie groß die Gefahr einer militärischen Eskalation in der Ukraine ist, beweist eine weitere Geheiminformation, die der BND in der Nachrichtenlage vortrug: Aufseiten der ukrainischen Armee und Polizei operieren 400 Kämpfer der privaten US-Sicherheitsfirma Academi. Die schwer bewaffneten Söldner koordinieren und führen Guerillaeinsätze rund um die ost-ukrainische Stadt Slawjansk gegen prorussische Rebellen.“

Der „Bild am Sonntag“ zufolge setzte der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) die Bundesregierung in Berlin am 29. April darüber in Kenntnis. Die Informationen sollen vom US-Geheimdienst stammen. Laut BND haben ausgerechnet die US-Geheimdienste die verdeckten Operationen der Elitekämpfer in der Ukraine bestätigt. Wer Academi beauftragt hat, ist unklar.

Wie zuvor aus ukrainischen Sicherheitskräften verlautete, soll eine Einheit der Blackwater-Söldner in der Uniform der ukrainischen Sonderpolizei „Sokol“ zur Unterdrückung des Volksaufstandes in die ostukrainischen Gebiete Donezk und Lugansk verlegt worden sein.

„Unverantwortliche Blogger und ein Onlinereporter“ hätten „Gerüchte“ verbreitet, wonach Angestellte der Firma Academi in der Ukraine im Einsatz seien“, heißt es in einem Dementi, das die Academi bereits am 17. März auf seiner Webseite veröffentlicht hatte. „Das sei falsch und nichts mehr als ein „sensationalistischer Versuch, eine Hysterie zu kreieren“.

 

Kein Kommentar vom Weißen Haus oder BND

Das Weiße Haus wollte sich nicht konkret zu den Informationen äußern. Caitlin Hayden, Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, sagte der Zeitung: „Ich kommentiere keine Details unserer Geheimdienst-Kooperation mit Deutschland.“

Der BND war laut „die Welt“auf Anfrage nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Zu unrühmlicher Bekanntheit gelangte die private Sicherheits- und Militärfirma Academi, die unter ihrem alten Namen Blackwater besser bekannt ist, während des Krieges im Irak wegen der Tötung von irakischen Zivilisten und Waffenschmuggel.1997. Sie wurde von dem ehemaligen US-Elitesoldaten Erik Prince (Navy Seals) gegründet.

Nach etlichen Skandalen, u.a. um brutales Vorgehen im Irak-Krieg wurde die Firma zunächst in „Xe Services“ umbenannt und heißt heute „Academi“. In den USA stehen mehrere ehemalige Blackwater-Angestellte im Zusammenhang mit der Tötung von irakischen Zivilisten vor Gericht. Überwiegend werden ehemalige Militärs unter Vertrag genommen, bevorzugt aus Kampf-Einheiten. Regierungen und Privatpersonen können die Truppe anheuern.