Abramtsevo – Ort der Genies. Werke von Michail Vrubel

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Die Ausstellung präsentiert Werke Michail Vrubels, des bedeutendsten Künstlers der russischen Moderne, aus den Sammlungen des Museums Abramtsevo und anderer russischer Museen. Die Präsentation von Majolikas, Zeichnungen, Gemälden und Skulpturen findet im Rahmen der „Saison der russischen Kultur in Österreich“ mit Unterstützung des Kulturministeriums der Russischen Föderation statt.

Michail Alexandrowitsch Vrubel – war ein russischer Maler, Bildhauer, Keramiker und Bühnenbildner des Symbolismus und des Jugendstils. Vrubels Stil kennzeichnet die dramatische Intensität von Farbe und kristalliner Klarheit. Seine Werke waren durch subjektiv mystische Vorstellungen und Allegorien gekennzeichnet. Insbesondere seine Illustrationen zum Gedicht von Michail Lermontow „Der Dämon“ zeugten von tiefem Pessimismus und spannungsgeladener Dramatik, die seinen Ruhm als einer der führenden Vertreter des Symbolismus begründeten.

Die Motive für seine Werke entsprangen sowohl den traditionellen russischen Märchen und Heldenepen, als auch derer der westlichen klassischen Literatur. In seinem Schaffen strebte er eine große Monumentalität und starkes psychologisches Wirken auf den Betrachter an.

Michail Vrubel wurde 1856 in Omsk geboren und absolvierte zunächst ein Jurastudium, bevor er 1880 an der Petersburger Kunstakademie Philosophie studierte und eine Zeichenausbildung begann, die sich am Vorbild der italienischen Renaissance orientierte.

Von 1884 bis 1889 lebte er in Kiew, wo er sich intensiv mit der Ikonenmalerei auseinandersetzte und mehrere Skizzen für die Fresken in der Wladimirkathedrale erstellte. Angeregt von den dekorativen Mustern des Orients wie von der venezianischen Renaissancemalerei schuf er in seiner Kiewer Periode das ganz im ornamentalen Stil der Jahrhundertwende gehaltene Porträt einer jüdischen Kaufmannstochter als „Mädchen vor dem Perserteppich“ (1886). Für die marmorne Ikonostase der Kyrill-Kirche des 12. Jahrhunderts malte Vrubel die Ikonen „Maria mit dem Jesuskind“, „Christus“, »Kyrill« und „Athanasios“. Darüber hinaus schuf er zudem Wandmalereien.

1889 zog Vrubel nach Moskau, wo er sich dem „Abramzewo-Kreis“ um den Großindustriellen und Kunstfreund Mamontow anschloss. Die großformatigen Ölgemälde, Wandmalereien und Keramiken für dessen Häuser sowie die Bühnenausstattungen für seine Privatoper machten Vrubel endlich berühmt. In den von Helden, Propheten und Traumprinzessinnen bevölkerten allegorischen Bildern erweckte der Maler im Spannungsfeld von Götterdämmerung und künstlerischer Selbstbehauptung, von Eros und Thanatos die Märchen und Mythen Russlands zu neuem Leben („Die Schwanenprinzessin“, 1900).
Vrubel arbeitete auch für das Theater und illustrierte außer erwähntem Lermontows Gedicht „Der Dämon“ auch Leo Tolstois Roman „Anna Karenina“. Über die vielen unvollendeten Bilder gelangte Vrubel schließlich zur Idee des Fragmentarischen, das als künstlerisches Prinzip weit über die geistige Situation des Fin de siècle in die Moderne hinausweist.

Am Ende seines Lebens war Michail Vrubel schwer krank. Seit 1902 schuf er in höchster Anstrengung seine letzten Meisterwerke, die ihm endlich die offizielle Anerkennung seiner Zeitgenossen eintrugen, bevor er, ab 1905 ständig in der Klinik lebend und 1906 erblindet, im Jahr 1910 starb.

Die Ausstellung wird noch bis 23.02.2014 gezeigt.

Veranstaltungsort: brut Künstlerhaus
Karlsplatz 5A
1010  Wien