Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat eine mögliche Rückkehr Russlands zum Eurovision Song Contest demonstrativ zurückgewiesen. Auf einer Pressekonferenz nach Gesprächen mit dem Außenminister Äquatorialguineas sagte er, Russland passe nicht mehr zu den heutigen Kriterien des Wettbewerbs. Diese seien aus seiner Sicht „nichts anderes als offener Satanismus“.
Auslöser war eine Äußerung von Eurovision-Direktor Martin Green, wonach Russland theoretisch irgendwann wieder zum Wettbewerb zugelassen werden könnte. Die Europäische Rundfunkunion hatte Russland nach dem Angriff auf die Ukraine 2022 vom Eurovision Song Contest ausgeschlossen.
Lawrow stellte dem Eurovision stattdessen den wiederbelebten sowjetischen Wettbewerb Intervision gegenüber. Dieser passe, so seine Argumentation, besser zu Russland, weil er angeblich auf „traditionelle Werte“ und die kulturelle Gemeinsamkeit von Ländern aus dem BRICS-Umfeld setze.
Die Aussage ist weniger eine kulturpolitische Randnotiz als Teil der größeren russischen Abgrenzungsrhetorik gegenüber Europa. Lawrow nutzt Eurovision als Symbol für einen Westen, den Moskau als moralisch verfallen darstellt, während Russland sich selbst als Verteidiger traditioneller Kultur inszeniert. Dass Russland früher mit Künstlern wie Alla Pugatschowa, Philipp Kirkorow, Little Big, Manizha und Dima Bilan aktiv am Wettbewerb teilnahm, macht den Bruch besonders deutlich. Bilan sicherte sich den Titel 2008 mit seinem Song „Believe“ als einziger russischer Eurovision-Gewinner.
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