Der psychische Zustand der Russen hat sich verschlechtert, wie eine im Februar vom Institut für Psychologie der Russischen Akademie der Wissenschaften RAS durchgeführte Untersuchung ergab. Finanzielle Ängste und psychisches Unwohlsein haben in allen sozioökonomischen Gruppen zugenommen, die Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Krieges in der Ukraine schwinden.
Laut der im Februar durchgeführten Umfrage gaben 42 Prozent der Befragten an, Symptome im Zusammenhang mit Depressionen zu haben, während 27 Prozent angaben, unter schwer zu kontrollierenden Angstzuständen zu leiden.
Insgesamt weisen 31 Prozent der Russen laut Angaben des Instituts ausgeprägte Angst- und Depressionssymptome auf. Die Ergebnisse verdeutlichen die zunehmenden sozialen Spannungen, während Russlands Krieg in der Ukraine ins fünfte Jahr geht und die wirtschaftliche Unsicherheit anhält.
Die Einwohner von Städten, insbesondere von großen Ballungszentren, wiesen die schlechtesten Werte auf. Fast die Hälfte (48 Prozent) gab an, unter Symptomen einer Depression zu leiden, und 30 Prozent berichteten von Angstzuständen.
Laut RAS sind junge Erwachsene im Alter von 25 bis 34 Jahren, Menschen mit geringem Einkommen und Beschäftigte im privaten Sektor die psychisch am stärksten gefährdeten Gruppen.
Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sie beim Gedanken an ihre Finanzen Angst verspüren. Im Dezember waren es noch 60 Prozent, wobei der stärkste Anstieg bei Beschäftigten im öffentlichen Dienst und bei Einwohnern von Großstädten zu verzeichnen war.
Gemeinsame Umfragen des Instituts und des staatlichen Meinungsforschungsinstituts Wziom zeigen, dass 84 Prozent der Russen über steigende Preise besorgt sind – ein Anstieg um 7 Prozentpunkte gegenüber September 2025. Die Angst vor einer Wirtschaftskrise stieg auf 74 Prozent, was einem Anstieg um 9 Punkte entspricht.
Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) rechnet damit, dass sich die finanzielle Lage ihrer Familie im Laufe des nächsten Jahres verschlechtern wird, während 53 Prozent eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage des Landes erwarten.
60 Prozent der Befragten halten eine Fortsetzung des Krieges für das wahrscheinlichste Szenario für das Jahr 2026. Der Anteil derjenigen, die glauben, dass die schlimmsten Zeiten für die Russen noch bevorstehen, ist auf 52 Prozent gestiegen – ein Anstieg um 7 Prozentpunkte seit Dezember.
Das Institut erklärte, dass derzeit die steigenden Preise und die Auswirkungen wachsender Haushaltsdefizite auf föderaler und regionaler Ebene – und nicht die Hoffnungen auf ein Kriegsende – die wichtigsten Faktoren sind, die die wirtschaftlichen Erwartungen der Russen prägen.
Laut der Umfrage glauben nur 39 Prozent der Befragten, dass ihre Kinder ein besseres Leben führen werden als sie selbst. 42 Prozent schätzen die wirtschaftlichen Aussichten Russlands für die nächsten fünf Jahre negativ ein.

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