90 Jahre – Putin gratuliert „liebem Freund“ Fidel Castro

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Unbestritten eine der schillerndsten Persönlichkeiten auf der politischen Weltbühne feierte ihren Geburtstag. Nun ist er also in seinem 90. Lebensjahr, der „Maximo Lider“, der kubanische Revolutionsführer von 1959. Der russische Präsident Wladimir Putin gratulierte ihm als „seinem lieben Freund“.

Am Samstag standen die Glückwünsche auf der offiziellen Internetseite des Kreml nachzulesen: „Du genießt tiefen Respekt in Russland als herausragender Staatsmann, der sein ganzes Leben in den Dienst des kubanischen Volkes gestellt hat. Dein persönlicher Beitrag zur Entwicklung der Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern kann nicht überschätzt werden. Ich wünsche dir gute Gesundheit, ein langes Leben, Vitalität und Wohlstand“, hieß es auf der Seite.

Castros positive Einstellung zur damaligen Sowjetunion äußerte er erstmals 1960 nach einem Treffen mit dem KP-Vorsitzendem Nikita Chruschtschow am Rande einer UNO-Vollversammlung.Er selbst wählte den sozialistischen Kurs für das von ihm von der Diktatur befreiten Kubas. Vier Jahre kämpfte Castro an der Seite Che Guevaras und seinem Bruder Raul, bis endlich der bisherige Diktator des Landes, Fulgencio Batista, gestürzt werden konnte.

Die ewige Fehde mit den USA

Es folgten daraufhin schwere Diskrepanzen mit den USA, die mit der Isolation Kubas durch die militärischen Abriegelung der Schweinebucht eskalierte. Das Castro-Regime wandte sich allmählich der UdSSR zu. 1962 gipfelte der Konflikt im Rahmen des Kalten Krieges mit der beidseitigen Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen. Zum ersten Mal wurden der breiten Öffentlichkeit die Gefahren eines Atomkrieges bewußt. Die „Kubakrise“ wurde durch Chruschtschow mit dem vollständigen Abzug der sowjetischen Raketen beendet.

Erst im Jahre 2005 näherten sich Kuba und die USA allmählich wieder aneinander an. Ab 2006 begann Fidel Castro aufgrund seines Gesundheitszustandes allmählich seine Ämter abzugeben. Zwei Jahre später legte er das Amt des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei endgültig nieder. Zum 19. April 2011 trat er sein Amt offiziell an seinen Bruder Raul ab.

Auf Fidel Castro wurden im Lauf seiner Regierungszeit, die nahezu ein halbes Jahrhundert andauerte, wurden laut dem ehemaligen kubanischen Geheimdienstchef, nicht weniger als 30 Attentate gezählt. Bei den Meisten, auch wenn sie durch Regimegegner, Exilkubaner oder der Mafia verübt wurden, hatte der US-Amerikanische Geheimdienst seine Hände mit im im Spiel. Acht Mordversuche wurden von der CIA selbst zugegeben.

Seinen 90. Geburtstag feierte der ehemalige Revolutionsführer mit rund 5000 Gästen im Karl-Marx-Theater in Havanna. Natürlich standesgemäß, wie es sich geziemt, mit einer dicken fetten Zigarre.

[mb/russland.RU]

 

 

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.