365 Tage Bankendisziplinierung in Russland im Jahre 2014

Am 31. Dezember 2014 endeten 365 Tage intensiver Bankendisziplinierung in der Russischen Föderation im Jahre 2014. Die, nun nicht mehr ganz so neue Chefin der russischen Zentralbank Elvira Nabiullina, hat seit Mitte 2013 mit eiserner Hand einen Kehraus im russischen Bankensystem begonnen und knallhart bis Ende 2014 durchgezogen.

Ob die Kurs-Turbolenzen des Rubels Einfluss haben werden auf die Fortsetzung dieser Säuberung ist schwer zu sagen. Vom rein logischen Verstand des Kleinanlegers müsste die Politik der Lizenzentzüge für Banken, die sich mit riskanten Finanzgeschäften, riskanter Zinspolitik oder sogar mit Geldwäsche beschäftigen, natürlich weiter fortgesetzt werden, denn je weniger riskante Banken sich auf dem russischen Finanzmarkt tummeln, umso sicherer kann sich auch der Rubel fühlen – wäre meine logische Überlegung.

Im Jahre 2014 haben insgesamt 89 Banken ihre Lizenz verloren – eine absolute Rekordzahl in der neueren russischen Bankengeschichte.

Um es klar hervorzuheben: es handelt sich hierbei nicht um einen Bankrott, sondern um das Verbot, eine Bankentätigkeit weiter auszuführen. Es ist schwer vorstellbar, dass bei dem jetzigen Kontrollsystem in Russland eine russische Bank „plötzlich und unerwartet“ Zahlungsunfähigkeit anmelden muss. Dem beugt die Zentralbank durch ihre Arbeit vor.

Zweifel, ob sich die Intensität der Lizenzentzüge auch im Jahre 2015 so fortsetzen wird, lassen Äußerungen der Zentralbank-Chefin Ende November aufkommen. Dort informierte sie, dass sich die Anzahl der unsoliden Banken rapide verringert hat und gegenwärtig nur noch eine verschwindend kleine Anzahl russischer Banken unter verstärkter Aufsicht steht.

Selbst die russischen Banker waren erstaunt über solche Äußerungen, denn selber schätzen sie die Anzahl der unsoliden Banken wesentlich höher ein. Vielleicht ist also diese Äußerung der Chefin der Zentralbank ein Signal, dass im Jahre 2015 etwas kürzer getreten wird. Immerhin ist die Belastung für den Bankeneinlagensicherungsfond enorm. Weniger deshalb, weil das Geld für die Auszahlung der Versicherungssummen nicht ausreicht. Da scheint es keine Probleme zu geben, der Versicherungstopf ist wohl sehr gut gefüllt. Probleme scheint es doch mehr zu den organisatorischen Folgeerscheinungen zu geben, denn nach dem Lizenzentzug muss die Bank abgewickelt werden. Und eine Bank abzuwickeln dauert in Russland bis zu zwei Jahre. Und gegenwärtig wickelt der Einlagensicherungsfond 180 russische Banken ab. Im Jahre 2014 hat die Zentralbank insgesamt 12 Banken liquidiert. Rein mathematisch braucht man nun also für die 180 Banken rund 17 Jahre.

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