1917-2017: Die vergessene Revolution

Foto: © Eugen von Arb/SPZ
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[von Eugen von Arb] – Neben der „Ewigen Flamme“ auf dem Marsfeld, wo gestern die Protestaktionen der Opposition stattfand, steht ein einfacher Gedenkstein für die Opfer der Revolution – oder besser gesagt der Revolutionen. Dass es deren zwei gibt, wissen die wenigsten. Die meisten kennen nur die „Große Oktoberrevolution“ – und das ist kein Zufall. Während Jahrzehnten wurde die so genannte Februarrevolution von der Sowjetmacht ins Abseits verdrängt.

In diesen Frühlingstagen vor hundert Jahren setzte die streikende Arbeiterschaft zusammen mit den übergelaufenen Soldaten die Absetzung des Zaren Nikolai II. durch. Für wenige Monate erlebte Russland die Ansätze einer Demokratie – trotz Chaos, Krieg, Fehlern und Mängel der provisorischen Regierung war es eine Zeit der Hoffnung für viele.

Doch der Schritt von der Monarchie zu einer bürgerlichen Demokratie war zu groß. Bevor die ersten Parlamentswahlen stattfinden konnten, rissen die Bolschewiki die Macht durch einen Putsch an sich und erstickten mit ihrer brutalen „Diktatur des Proletariats“ jegliche demokratischen Ansätze im Keim. Dieser Vorgang wurde fortan als „Grosse Oktoberrevolution“ verherrlicht.

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