18. Deutsch-Russische Herbstgespräche: Zuwanderer, Emigrantinnen, Gastarbeiter – Migrationspolitik in Deutschland und Russland

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Berlin – Die produktive Bewältigung von Migrationsströmen ist für jede Gesellschaft und jeden Staat seit jeher eine der zentralen Herausforderungen. Dies gilt sowohl hinsichtlich fortlaufender Modernisierungsaufgaben in Wirtschaft, Arbeitsmarkt, sozialen Sicherungssystemen, Bildung und weiteren Politikfeldern, als auch hinsichtlich der demografischen Entwicklung, der Integrationskraft und der interkulturellen Bindungs- und Toleranzfähigkeit.

Die Globalisierung und die damit verbundene steigende Mobilität der Menschen haben diese Aufgaben noch einmal verstärkt. In Deutschland und Russland gehören die verschiedenen Aspekte der Migration, insbesondere beschäftigungs- und sicherheitspolitische, menschenrechtliche und ethische, derzeit zu den am stärksten erörterten Themen.

Die 18. Deutsch-Russischen Herbstgespräche widmen sich daher den Herausforderungen in der Migrationspolitik Russlands und Deutschlands in einem europäischen Kontext. In den vergangenen Jahren wuchs der Einwanderungsdruck auf beide Länder überproportional – gespeist aus jeweils anderen Regionen und beruhend auf teilweise verschiedenen Gründen.

Russland erlebt eine millionenstarke, überwiegend illegale Zuwanderung billiger, oft schlecht ausgebildeter Arbeitskräfte aus den zentralasiatischen Republiken, aber auch aus sämtlichen postsowjetischen Ländern, in deren Mitte Russland erneut zu einem ökonomischen Kraftfeld mit großer Attraktivität geworden ist. In Deutschland wirkt sich einerseits die Wirtschafts- und Finanzkrise in den südlichen Ländern der EU aus. Andererseits ist die Bundesrepublik Zielpunkt zehntausender Flüchtlinge aus Bürgerkriegsregionen, aber auch aus Armutsgebieten weltweit – dem Irak, Afghanistan, Syrien, und nicht zuletzt der russischen Kaukasusrepublik Tschetschenien, aus der allein 2013 bereits etwa 10.000 Menschen meist über Polen ins Land kamen.

Die Erfahrung Deutschlands aus den wiederholten Zuwanderungswellen seit den 50er Jahren kann wichtige Thesen und Hinweise für denkbare Entwicklungsszenarien in Russland liefern, die im Rahmen der Deutsch-Russischen Herbstgespräche ausgeleuchtet werden. Beide Länder ringen in einem übergreifenden internationalen Wettbewerb mit einem spürbaren Verlust an intellektueller Kapazität durch Brain Drain – die Abwanderung hochqualifizierter Fachkräfte, die auf der Suche nach Maximierung ihrer Chancen sowie beruflicher und persönlicher Selbstverwirklichung den Weg in andere Länder wählen. Ziel ist, diese und weitere Fragen der Migrationspolitik zu behandeln. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.

Programm: http://www.eaberlin.de/programm_detail.php?vstg_id=10089

Anmeldung: http://www.eaberlin.de/anmelden.php?vstg_id=10089

Termin: 15.11.2013

Uhrzeit: 10:00 – 19:00

Veranstaltungsort: Französische Friedrichstadtkirche Gendarmenmarkt 5 10117 Berlin (030) 20649922

Veranstalter: Deutsch-Russischer Austausch e.V. Telefon: (030) 4466800 info@austausch.org www.austausch.org

Foto: © Deutsch-Russischer Austausch e.V.

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