Umfrage: Vorstellungen von Existenzminimum, Armut und Reichtum

Umfrage: Vorstellungen von Existenzminimum, Armut und Reichtum

Nach Ansicht der vom russischen Meinungsforschungsinstitut Lewada Befragten sind für ein „normales Leben“ durchschnittlich etwa 80.000 Rubel, derzeit 803 Euro, pro Person und Monat erforderlich. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Betrag um 21 Prozent gestiegen – der größte Anstieg seit 2001. Als „Existenzminimum“ betrachten die Befragten ein Einkommen von durchschnittlich etwa 440 Euro pro Person und Monat. Dieser Wert ist mehr als doppelt so hoch wie der offiziell berechnete Wert.

Eine Familie gilt nach Ansicht der Befragten bei einem durchschnittlichen monatlichen Einkommen von 241 Euro pro Person als arm und bei einem durchschnittlichen Einkommen von 3.585 Euro pro Person als reich. Vier von zehn Befragten schätzen ihr Einkommen höher ein als das durchschnittliche subjektive Existenzminimum. Dieser Anteil ist im letzten Jahr zurückgegangen.

Die nachstehend aufgeführten Kennzahlen sind Durchschnittswerte der subjektiven Einschätzungen der Befragten hinsichtlich ihres persönlichen Einkommens (pro Familienmitglied) sowie ihrer Vorstellungen von einem „normalen“ Einkommen, dem Existenzminimum und einem Leben in Armut bzw. Wohlstand. Bei der Berechnung des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens der Familie wurden das oberste und das unterste Perzentil aus dem Datensatz entfernt. Bei all diesen Indikatoren ist im Vergleich zu den Antworten vom Februar des Vorjahres ein Anstieg zu verzeichnen.

So belief sich das durchschnittliche monatliche Pro-Kopf-Einkommen einer Familie im Februar 2026 nach subjektiven Einschätzungen der Befragten auf 375 Euro pro Person (ein Anstieg um 8 Prozent). Der Betrag, der „das Existenzminimum sichert“, belief sich nach Ansicht der Befragten im Februar 2026 auf durchschnittlich 440 Euro pro Person (ein Anstieg um 17 Prozent). Auffällig ist die Diskrepanz zwischen den subjektiven Vorstellungen vom Existenzminimum und den offiziellen Richtwerten. Der Betrag, der es den Befragten zufolge ermöglicht, „normal zu leben“, belief sich auf 805 Euro pro Person (ein Anstieg um 21 Prozent, der größte jährliche Zuwachs seit 2009).

Der Unterschied zwischen einem „wohlhabenden“ und einem „armen“ Leben spiegelt die Wahrnehmung der sozialen Schichtung wider. Nach Ansicht der Befragten sind für ein „reiches Leben“ durchschnittlich 3.585 Euro pro Monat und Person erforderlich, was einem Anstieg von 40 Prozent im Jahr entspricht und den größten jährlichen Zuwachs seit 2009 darstellt. Bei einem durchschnittlichen Einkommen von 241 Euro pro Monat und Person kann eine Familie nach Meinung der Befragten als arm angesehen werden.

Bei 41 Prozent der Befragten liegen die Einschätzungen des eigenen Einkommens über dem Existenzminimum. Dieser Anteil stieg seit 2021 langsam an, erreichte im März 2025 mit 48 Prozent seinen Höchststand (ein Anstieg um 12 Prozentpunkte) und ging anschließend um 7 Prozentpunkte zurück. Die Höchstwerte dieses Indikators wurden 2014 mit 57 Prozent verzeichnet, die Tiefstwerte 1998 mit 15 Prozent.

Die landesweite Umfrage des Lewada-Instituts wurde vom 18. bis zum 25. Februar 2026 anhand einer repräsentativen landesweiten Stichprobe der städtischen und ländlichen Bevölkerung mit 1.625 Personen im Alter von 18 Jahren und älter in 137 Ortschaften in 50 russischen Regionen zu Hause mittels persönlicher Befragung durchgeführt.

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