Tragödie auf der Säuglingsstation: Neun Neugeborene sterben in Nowokusnezk

Tragödie auf der Säuglingsstation: Neun Neugeborene sterben in Nowokusnezk

In einer Entbindungsklinik in Nowokusnezk starben während der Neujahrsfeiertage neun Neugeborene. Das medizinische Institut wurde geschlossen. Diese Nachricht verbreitete sich am Dienstagmorgen in den Medien und verunsicherte die Leser in ganz Russland. Was ist passiert? Eine Infektionswelle? War es die Fahrlässigkeit der Ärzte? Eine Infektion, die von nachlässigen Krankenschwestern, die mit einer Erkältung zur Arbeit gegangen sind, eingeschleppt wurde? War es eine einmalige Nachlässigkeit oder ist es bereits zur Gewohnheit geworden, Mütter zu vernachlässigen, die sich und ihre zukünftigen Kinder in die Obhut der Klinik begeben?

Heute wurde bekannt, dass der Chefarzt des Krankenhauses sowie der stellvertretende Leiter der Abteilung für Reanimation und Intensivtherapie von Neugeborenen und Frühgeborenen festgenommen wurden. In dessen Entbindungsstation starben während der Januarferien Kinder. Ihnen wird Fahrlässigkeit und fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Die ersten Ereignisse im öffentlichen Raum rund um diese Entbindungsklinik wurden bereits im vergangenen Herbst bekannt. Damals leiteten Ermittler aus Kusbass eine Untersuchung ein, nachdem in den sozialen Netzwerken über die schwierige Geburt einer Patientin berichtet worden war. Ihr Kind verlor einen Arm und überlebte nicht.

Im Ergebnis wurde ein Strafverfahren wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung eingeleitet.

Vom 1. Dezember 2025 bis zum 11. Januar 2026 wurden im Entbindungskrankenhaus Nr. 1 weitere 234 Kinder geboren, wie das regionale Gesundheitsministerium mitteilte. Im Zeitraum vom 4. bis 8. Januar starben dort drei Kinder, wie die Zeitung Komsomolskaja Prawda berichtet berichtet, das erste davon am 4. Januar.

Am 9. Januar starben drei weitere Säuglinge und am 11. Januar erneut drei.

Am 12. Januar teilte das Krankenhaus in Nowokusnezk mit, dass die Entbindungsstation wegen einer Überschreitung der Schwelle für Atemwegsinfektionen unter Quarantäne gestellt werde. In der Mitteilung wird der Tod von neun Säuglingen nicht erwähnt, es wird jedoch klargestellt, dass es keinen Personalmangel gibt.

Am Morgen des 13. Januars gab die regionale Ermittlungsbehörde bekannt, dass sie nach Berichten in den sozialen Netzwerken über eine hohe Sterblichkeitsrate in der Entbindungsklinik eine Untersuchung eingeleitet habe. Die Staatsanwaltschaft und die russische Gesundheitsaufsichtsbehörde schalteten sich in den Fall ein. Später am selben Tag bestätigt das Gesundheitsministerium von Kusbass die Gerüchte aus den sozialen Netzwerken und veröffentlicht vollständige Statistiken.

Zur gleichen Zeit entlässt Gouverneur Ilja Seredjuk den Chefarzt des Krankenhauses, zu dem auch die Entbindungsstation gehört für die Dauer der Untersuchungen aus seinem Amt. Etwa zehn Minuten später teilt die Staatsanwaltschaft mit, dass ein Strafverfahren wegen zweier Straftatbestände, darunter Fahrlässigkeit, eingeleitet wurde.

Anschließend schalten sich die föderalen Behörden ein. Es sollen auch Fälle zwischen 2018 und 2024 untersucht werden, als drei Frauen ihre Babys verloren. Den im Fall des Todes der Säuglinge Festgenommenen drohen bis zu sieben Jahre Freiheitsentzug.

Die Sprecherin des Föderationsrates, Valentina Matwienko, bezeichnete den Tod der Säuglinge in der Entbindungsklinik in Nowokusnezk als Tragödie: „Das ist nicht nur ein unersetzlicher Verlust und ein großer Schmerz für die Familien, sondern auch eine Tragödie für den Staat, der alle möglichen Anstrengungen unternimmt, um die Geburtenrate zu fördern.“

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