Stoltenberg nennt möglichen Sieg Russlands im Konflikt mit der Ukraine eine „Bedrohung für alle“Stoltenberg, Jens NATO

Stoltenberg nennt möglichen Sieg Russlands im Konflikt mit der Ukraine eine „Bedrohung für alle“

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte auf einer Pressekonferenz, die Allianz sehe keine Anzeichen dafür, dass Russland einen Atomschlag gegen die Ukraine vorbereite. Gleichzeitig kündigte er für die kommende Woche eine Übung zur nuklearen Abschreckung an. Er bezeichnete einen russischen Sieg über die Ukraine als inakzeptabel, da er eine Niederlage und eine „Bedrohung für alle“ darstellen würde.

„Ein russischer Sieg wäre eine Niederlage und eine Bedrohung für uns alle, denn er würde die Welt gefährlicher machen und uns anfälliger für weitere russische Aggressionen“, sagte Stoltenberg. Gleichzeitig bekräftigte der Generalsekretär der Allianz, dass die Nato nicht in den Ukraine-Konflikt verwickelt sei.

„Wir beobachten die russischen Atomstreitkräfte genau. Wir sehen keine Änderung in den Absichten Russlands. Aber wir werden wachsam bleiben“, sagte Stoltenberg. Er wies auch darauf hin, dass die Nato beabsichtigt, Maßnahmen zu ergreifen, um den Schutz kritischer Infrastrukturen der Mitgliedsstaaten des Nordatlantischen Bündnisses zu verstärken.

Nach Angaben des Generalsekretärs ist für den 12. und 13. Oktober ein Treffen der Verteidigungsminister des Bündnisses in Brüssel geplant, um die Frage der Aufstockung der Munitions- und Ausrüstungsbestände der Nato zu erörtern. Stoltenberg erklärte, die Nato beabsichtige, die militärische Unterstützung für die Ukraine zu erhöhen. Er ist der Ansicht, dass die Unterstützung Kiews durch die Mitgliedstaaten des Bündnisses eine Schlüsselrolle in der Situation rund um den Konflikt spielt.

Der ukrainische Präsident Selenski beantragte am 30. September die Nato-Mitgliedschaft, nachdem die selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk sowie die Regionen Cherson und Saporischschja in Russland einverleibt worden waren. Stoltenberg sagte damals, dass der Antrag auf Nato-Mitgliedschaft von allen Mitgliedern der Organisation unterstützt werden sollte.

Ende Juni verabschiedeten die Länder auf dem Nato-Gipfel in Madrid ein umfassendes Hilfspaket für die Ukraine, das auch die Umrüstung der ukrainischen Armee auf die Standards der Allianz vorsieht. Die USA, Frankreich, Deutschland und andere Blockmitglieder leisten der Ukraine Militärhilfe. Ende September lehnte Deutschland jedoch die Entsendung von Panzern ab und begründete diese Entscheidung mit der Gefahr eines Krieges zwischen der Nato und Russland. Dennoch ist Deutschland der Ansicht, dass die Ukraine mehr Waffenlieferungen benötigt.

[hmw/russland.NEWS]

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