Sluzki: Deutsche Regierung sollte auf Aufrufe nach Aufhebung der Sanktionen gegen Russland hörenSluzki, Leonid Foto council.gov.ru

Sluzki: Deutsche Regierung sollte auf Aufrufe nach Aufhebung der Sanktionen gegen Russland hören

Sanktionen gegen Russland wegen der ihm zugeschriebenen fünf Jahre alten Cyberangriffe wären ein „destruktiver Schritt“, da deutsche Parlamentarier und Geschäftsleute einen Stopp der Restriktionen fordern, erklärte am Donnerstag Leonid Sluzki, der Vorsitzenden des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten der Staatsduma, Journalisten.

Zuvor hatte das Auswärtige Amt den russischen Botschafter Sergej Nechaev zu einem Gespräch im Zusammenhang mit einem Russland zugeschriebenen Hackerangriff auf den Bundestag im Jahr 2015, dessen Beteiligung Moskau wiederholt dementiert hat, gebeten.

Sluzki erinnerte daran, dass „wir über Ereignisse von vor fünf Jahren sprechen und es wurden keine Beweise vorgelegt, es gebe nur unbegründete Anschuldigungen. „Es ist so eine postpandemische kalte Dusche, ein Versuch, in der westlichen Welt, wo Russland aufgrund bloßer Spekulationen absolut zu Unrecht aller Sünden beschuldigt wird, wieder alles in die altbekannte Ordnung zurückzubringen.“

Jedwede Sanktionen von Berlin wären „ein schlecht durchdachter und destruktiver Schritt, ein künstlicher Störfaktor in unserer Beziehung. In Deutschland, auf parlamentarischer Ebene und in Wirtschaftskreisen wird ganz im Gegenteil gefordert, den Dialog wieder aufzunehmen und die restriktive Politik aufzugeben. Meiner Meinung nach sollte die Regierung auf die Stimmen von vernünftigen Politikern und Geschäftsleuten hören“, ist der Ausschussvorsitzende überzeugt.

Der Cyberangriff auf das Bundestagsnetz begann am 30. April 2015. Viele Abgeordnete erhielten die gleichen E-Mails, die mit „@un.org“ endeten, als wären sie mit der UNO verbunden. Sie enthielten einen Link, der zu einem Eindringen von Spyware in das System führte. Um eine Ausbreitung zu verhindern, mussten die deutschen Behörden sogar das gesamte IT-System des Bundestages vorübergehend abschalten. Mindestens 16 Gbytes an Daten, einschließlich E-Mails von Parlamentariern, wurden gestohlen.

Die russische Seite hat wiederholt Vorwürfe einer Beteiligung an Hackerangriffen dementiert. Keiner der Sicherheitsbehörden in Deutschland hat jemals Beweise für die mediale Version der Verbindungen des Cyberkriminellen zu Moskau vorgelegt.

[hrsg/russland.NEWS]

COMMENTS