Russland im Kampf gegen Fettleibigkeit erfolgreich

Russland im Kampf gegen Fettleibigkeit erfolgreich

Ein zur russischen Sberbank gehörendes Pharmaunternehmen hat für das Jahr 2025 einen Anstieg der Anfragen an den KI-Assistenten zum Thema Übergewicht festgestellt. Der durchschnittliche monatliche Anstieg dieser Anfragen betrug 24,5 Prozent. Die meisten Anfragen kamen in den Sommermonaten.

Wie das Unternehmen gegenüber der russischen Zeitung Komersant erklärte, stammten 90 Prozent der Anfragen von Frauen im Alter von 30 bis 50 Jahren. Von diesen sind 70 Prozent übergewichtig, bei 40 Prozent wurden Begleiterkrankungen diagnostiziert: Bluthochdruck, Störungen des Magen-Darm-Trakts und Insulinresistenz. 25 Prozent der Nutzer, die sich an den KI-Assistenten gewandt haben, hatten zuvor versucht, Gewicht zu verlieren, aber ihre Versuche führten nicht zum gewünschten Ergebnis. 24,4 Prozent der Anfragen betrafen allgemeine Fragen zur Behandlung von Fettleibigkeit, 22 Prozent betrafen Diagnosemethoden einschließlich Laboruntersuchungen und 18,9 Prozent betrafen Ursachen und Risikofaktoren für die Entwicklung der Krankheit.

Laut Angaben des Gesundheitsministeriums sind etwa 36 Millionen Russen, das sind mehr als 20 Prozent der Bevölkerung, fettleibig, darunter 6 bis 10 Prozent der Kinder und Jugendlichen, also mehr als 3 Millionen Menschen. Fettleibigkeit erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Menstruationsstörungen, Unfruchtbarkeit und eine verminderte Insulinempfindlichkeit der Zellen, erklärt eine Expertin von SberHealth. Die Erkrankung ist jedoch korrigierbar und behandelbar.

Zuvor hatte die Weltföderation zur Bekämpfung von Fettleibigkeit (WOF) Daten veröffentlicht, denen zufolge es derzeit weltweit etwa 180 Millionen fettleibige Kinder gibt. Bis 2040 wird diese Zahl auf 227 Millionen ansteigen. In Russland waren im Jahr 2025 2,26 Millionen Kinder im Alter von 5 bis 9 Jahren und 2,85 Millionen Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren übergewichtig oder fettleibig. Während Russland im Jahr 2000 weltweit den 7. Platz in Bezug auf den Anteil übergewichtiger Menschen einnahm, war es 2024 nicht mehr unter den Top 20 zu finden.

Als Hauptursachen für Fettleibigkeit bei Kindern nennt die WOF Fettleibigkeit oder Diabetes bei Frauen im gebärfähigen Alter, Rauchen werdender Mütter, mangelndes Stillen, schlechte Ernährung in Schulen und geringe körperliche Aktivität.

Ein hoher Anteil fettleibiger Kinder ist sowohl in Ländern mit hohem und mittlerem Lebensstandard (Australien, Griechenland, Argentinien) als auch in Ländern mit niedrigem Lebensstandard (Papua-Neuguinea, Albanien, Algerien) zu beobachten.

Die WOF forderte die Regierungen der Länder auf, sich mit der Beseitigung dieser Hauptursachen zu befassen, indem sie eine wirksame Diagnose, Behandlung und Ernährung von Frauen im gebärfähigen Alter und Kindern sicherstellen sowie das Rauchen und den Alkoholkonsum verhindern. Die Experten empfehlen zudem, die Speisepläne von Schulen und Kindergärten an die Normen für gesunde Ernährung anzupassen sowie einen aktiven Lebensstil und Sport bei Kindern und Jugendlichen zu fördern und zu unterstützen.

Einer deutschen Studie zufolge fehlen vielen Eltern Kraft und Ressourcen für einen gesunden Lebensstil. Adipositas trifft vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Familien. In Deutschland ist das Risiko für Kinder, an krankhaftem Übergewicht zu leiden, viermal höher, wenn ihre Familie einen niedrigen sozioökonomischen Status hat. Wenn man Adipositas bei Kindern vorbeugen will, reicht es nicht, die Eltern zu belehren. Man müsse die Lebensumstände, die Rahmenbedingungen ändern – eine Aufgabe für die Politik.

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