Die russischen Behörden haben sich am Donnerstag geweigert, den Austrian Airlines die Genehmigung zu erteilen, von Wien nach Moskau über eine Route zu fliegen, die nicht durch den belarussischen Luftraum führen würde, erläutert ein Sprecher der Fluggesellschaft.
„Austrian Airlines hat auf Empfehlung der EU-Agentur für Flugsicherheit (EASA) Flüge über dem weißrussischen Luftraum bis auf weiteres ausgesetzt. Aus diesem Grund ist es auch notwendig, die Route des Fluges von Wien nach Moskau anzupassen“, sagte der Vertreter der Austrian Airlines zu Tass. Ihm zufolge hätte die Route von den russischen Behörden genehmigt werden müssen. Da dies nicht geschah musste Austrian Airlines den heutigen Flug von Wien nach Moskau streichen.
Am Vortag hat die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) den Fluggesellschaften empfohlen, den Luftraum von Weißrussland wegen der Notlandung des Passagierflugzeugs Ryaniar in Minsk zu meiden. An Bord der Maschine war der Ex-Chef des Telegram-Kanals Nexta Roman Protasewitsch und seine Freundin, die russische Staatsbürgerin Sofia Sapega.
„Die von Belarus ergriffenen Maßnahmen bedeuten ein erhöhtes Risiko für die Sicherheit dieses Fluges. Sie stellten die Fähigkeit von Belarus in Frage, eine sichere Flugnavigation zu gewährleisten“, heißt es in dem Dokument. Den Fluggesellschaften wird empfohlen, den Luftraum von Belarus nur dann zu nutzen, wenn dies unbedingt erforderlich ist. Die EASA glaubt, dass die Umstände der Notlandung des Flugzeugs ernsthafte Zweifel aufkommen lassen, dass „Belarus die internationalen Regeln der Zivilluftfahrt respektiert“.
Der Grund für die Landung des Flugzeugs, das von Athen nach Vilnius flog, war die Information über ein geplantes Attentat, was später nicht bestätigt wurde. Nach der Landung in Minsk wurden Protasewitsch und Sapega festgenommen. Jetzt befindet sich der belarussische Oppositionelle im Minsker Haftzentrum №1, während Sofia Sapiega im Minsker Haftzentrum in der Akrestsin-Straße untergebracht ist. Die Russin wurde vorläufig für zwei Monate festgenommen.
Nach dem Vorfall sagte Präsident Lukaschenko, dass „die Nachricht über das geplante Attentat aus der Schweiz kam“ und weder Vilnius, Warschau, Lviv noch Kiew den Flug annehmen wollten. Der offizielle Vertreter des Schweizer Bundesamtes für Auswärtige Angelegenheiten (MFA) Pierre-Alan Eltschinger sagte jedoch, dass die Schweizer Behörden keine derartige Meldung herausgegeben hätten.
[hmw/russland.NEWS]

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