Das Verteidigungsministerium hat einen Test durchgeführt, bei dem ein außer Betrieb genommenes russisches Raumfahrzeug getroffen wurde, teilte Kommersant zufolge das Ministerium in einer Presseerklärung mit.
Nach Angaben des Ministeriums fand der Test vor zwei Tagen, am 15. November, statt: Der 1987 gestartete, nicht funktionsfähige Satellit Celina-D wurde von einer Anti-Satelliten-Rakete (DA-ASAT), getroffen. Dies sei eine geplante Maßnahme zur Stärkung der russischen Verteidigungskapazitäten unter Ausschluss von Risiken für den Raumfahrtbereich, betonte das Verteidigungsministerium.
Das Ministerium kritisierte auch die USA nach deren Äußerungen zum Risiko von Tests an der Internationalen Raumstation (ISS). Das russische Verteidigungsministerium weist die heuchlerischen Äußerungen von Vertretern des Außenministeriums und des Pentagons zurück, die versuchten, Russland zu beschuldigen, „Risiken“ für die ISS-Kosmonauten zu schaffen, und die die „Entwicklung universeller Normen als Richtschnur für die globale Gemeinschaft bei der Erforschung des Weltraums“ forderten“, heißt es in der Presseerklärung.
Russland habe einen „gefährlichen und unverantwortlichen“ Test einer Anti-Satelliten-Rakete gegen einen seiner Satelliten durchgeführt, teilte das US-Außenministerium mit. Dabei seien etwa 1.500 Trümmer und Hunderttausende kleinere Fragmente entstanden, die Satelliten aller Länder sowie Kosmonauten und Astronauten auf der ISS bedrohen. Der Vorfall „zeige deutlich, dass Russland trotz seiner Äußerungen gegen den Einsatz von Waffen im Weltraum bereit ist, seine langfristige Stabilität zu gefährden“, betonte das amerikanische Ministerium. Es forderte auch die „verantwortlichen Weltraummächte“ auf, gemeinsam mit den Vereinigten Staaten „Standards für verantwortungsvolles Verhalten“ im Weltraum festzulegen.
Auch NASA-Chef Bill Nelson kritisierte Russland und nannte den Vorfall einen „unverantwortlichen und destabilisierenden“ Akt. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie Russland nicht nur die amerikanischen und internationalen Astronauten an Bord der ISS, sondern auch seine eigenen Astronauten gefährden konnte.“
US-General James Dickinson geht mit seinen Vorwürfen noch weiter. In einem Dokument des U.S. Space Command Public Affairs Office wird er mit den Worten zitiert: „Russland hat gezeigt, dass es die Sicherheit, den Schutz, die Stabilität und die langfristige Nachhaltigkeit des Weltraums für alle Nationen bewusst missachtet. Russland entwickelt und setzt Fähigkeiten ein, um den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten und Partnern den Zugang zum Weltraum und dessen Nutzung aktiv zu verweigern.“
Der russische Außenminister Sergej Lawrow erinnerte in einem Kommentar zu den Äußerungen der Vereinigten Staaten, dass die USA die Initiative Russlands und Chinas zur Ausarbeitung eines Abkommens zur Verhinderung eines Wettrüstens im Weltraum ignorieren. „Gleichzeitig entwickeln die USA selbst dieses Wettrüsten sehr aktiv“, betonte der Minister.
Generalmajor a.D. Wladimir Dworkin, ehemaliger Leiter des 4. Zentralen Forschungsinstituts (TsNII) des Verteidigungsministeriums, erklärte gegenüber Interfax, dass Russland mit dem Test von Anti-Satellitenwaffen nicht gegen internationale Abkommen verstoßen habe. „Es gibt nichts Besonderes an diesem Test, außer Nachlässigkeit. Sie hätten nicht so eine Trümmerwolke arrangieren sollen“, betonte er.
Erst vor wenigen Tagen erreichen der deutsche Astronaut Matthias Maurer und seine drei amerikanischen Kollegen die Internationale Raumstation ISS. Kurz darauf müssen sie diese aber wieder verlassen und auf eine Rettungskapsel ausweichen.
[hrsg/russland.NEWS]

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