Russen sind bereit, in neue Städte in Sibirien zu ziehen

Russen sind bereit, in neue Städte in Sibirien zu ziehen

Insgesamt 48 Prozent der Russen sind laut einer Umfrage der Otkritie Bank bereit, in die von Verteidigungsminister Sergej Schoigu vorgeschlagenen neuen sibirischen Städte zu ziehen. Als Gründe für den Umzug nannten die Befragten steigende Löhne und bessere Lebensbedingungen.

Die Umfrage wurde am 22. und 24. September in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern durchgeführt. An der Umfrage nahmen laut RIA Novosti 1.015 Russen im Alter von 18 bis 65 Jahren teil.

Der Umfrage zufolge sind im Durchschnitt 7 Prozent der Befragten in Russland und 16 Prozent der Sibirier definitiv bereit, in neue Städte zu ziehen. Weitere 41 Prozent sind bereit, „unter bestimmten Bedingungen“ umzuziehen. Einundfünfzig Prozent sind gegen eine Umsiedlung, wobei 32 Prozent der Befragten in Sibirien und 60 Prozent in der Region Moskau, St. Petersburg und der Region Leningrad leben.

Zu den Gründen für die Bereitschaft der Russen, umzuziehen, gehören eine Arbeitsplatzgarantie und zwei- oder dreimal höhere Gehälter (29 Prozent der Befragten) sowie eine Erhöhung der Gehaltszahlungen über 1 Millionen Rubel (12 Prozent) sowie komfortable Lebensbedingungen und eine entwickelte städtische Infrastruktur (11 Prozent).

Die Gründe für die mangelnde Bereitschaft, umzuziehen, waren schlechtes Klima und kaltes Wetter (44 Prozent), eine abgelegene geografische Lage (31 Prozent) und die mangelnde Bereitschaft, den Wohnsitz zu wechseln (28 Prozent). 20 Prozent glauben nicht, dass ein Umzug die Einnahmen erhöht.

Die Idee, neue Städte in Sibirien zu bauen, wurde von 40 Prozent der Befragten positiv bewertet. Sie sind zuversichtlich, dass dies zur Lösung des demografischen Problems beitragen wird. Von den Befragten waren 27 Prozent negativ eingestellt und bezeichneten die Initiative als Geldverschwendung. Etwa 23 Prozent der Befragten hatten noch nie etwas von dieser Idee gehört, während 10 Prozent sich gleichgültig zeigten.

Im August machte Sergej Schoigu den Vorschlag, in Sibirien drei oder fünf „wissenschaftlich-industrielle Zentren“ mit 300.000 bis 1 Million Einwohnern zu errichten. Nach Ansicht des Ministers könnten diese Städte zwischen Bratsk und Krasnojarsk sowie in den Bezirken Kansk und Lesosibirsk gebaut werden. Wie Schoigu betonte, verfügt Sibirien heute über genügend Ressourcen und Energie dafür.

[hrsg/russland.NEWS]

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