Die Spieleplattform Roblox hat begonnen, den Zugang zu Chats an eine obligatorische Altersüberprüfung zu knüpfen. Das teilte Roblox-CEO David Baszucki auf X mit. In Australien und Neuseeland habe bereits mehr als die Hälfte der täglichen Nutzer das Verfahren durchlaufen; weltweit hätten inzwischen mehrere Dutzend Millionen Spieler ihr Alter bestätigt. Roblox begründet den Schritt damit, dass ein besseres Verständnis des Nutzeralters dabei helfe, einen sichereren Raum zu schaffen – insbesondere für Kinder – und zugleich älteren Nutzern mehr Möglichkeiten der Kommunikation zu geben.
Nach Angaben der Plattform werden verifizierte Nutzer einer Altersgruppe zugeordnet (5–8, 9–12, 13–15, 16–17, 18–20, 21+). Für Kinder unter 13 Jahren werden bestimmte Kontodaten wie E-Mail-Adresse und Telefonnummer ausgeblendet; außerdem ist ihre Chat-Kommunikation auf Kontakte innerhalb der eigenen Altersgruppe beschränkt. Das Alter kann per Gesichtserkennung (Foto/Video) oder durch Vorlage eines Ausweises bestätigt werden. Roblox erklärt, dass hochgeladene Aufnahmen nach der Verarbeitung gelöscht und keine Nutzerfotos dauerhaft in Datenbanken gespeichert würden.
Der Schritt betrifft eine sehr junge Nutzerschaft: Ein erheblicher Teil der täglich aktiven Roblox-Community sind Kinder unter 13 Jahren. Gleichzeitig gibt es Kritik: Einige Eltern sorgen sich um die Datensicherheit, und Cybersicherheits-Experten weisen darauf hin, dass Betrug und Grooming nicht allein durch eine Verifizierung verschwinden, sondern zusätzliche Schutzmechanismen und konsequente Moderation nötig bleiben.
In Russland spielt Roblox zudem eine besondere Rolle: Die Medienaufsicht Roskomnadzor hatte die Plattform am 3. Dezember gesperrt und dies mit „unangemessenen Inhalten“ begründet. Zwei Wochen später erklärte die Behörde, Roblox sei bereit, seine Arbeit stärker an russische Vorgaben anzupassen. Roblox habe demnach Defizite bei Moderation und Chat-Sicherheit eingeräumt und Gespräche über eine Zusammenarbeit signalisiert.

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