Die Völker Russlands und Norwegens haben in ihrer Geschichte fast sieben Jahrhunderte lang nie die Grenze zu feindlichen Zwecken überschritten, erklärte Außenminister Lawrow bei der Eröffnungsfeier der Ausstellung alter Karten, die dem 70. Jahrestag des Vertrags der UdSSR und Norwegens über die gemeinsame Grenze und über die Regelung von Grenzkonflikten und Vorfällen aus dem Jahr 1949 gewidmet ist.
Vor der Zeremonie hoben der russische Außenminister und die norwegische Außenministerin Ine Eriksen Søreide ihre Gläser „auf den Vertrag und auf die gemeinsame Grenze“. Lawrow wies darauf hin, dass die Grenze zwischen Russland und Norwegen die erste Grenze in Europa ist, die vertraglich festgelegt wurde und das schon im Jahr 1326.
Auch das Ende des Zweiten Weltkriegs habe zu keinen territorialen Auseinandersetzungen zwischen Russland und Norwegen geführt, so der Minister weiter. „Es war notwendig, ein formelles Abkommen abzuschließen, das dann im Jahr 1949 abgeschlossen wurde. Tatsächlich existiert diese Grenze seit fast 700 Jahren. In der Geschichte der sieben Jahrhunderte gab es eine Vielzahl von Ereignissen auf beiden Seiten der Grenze, aber nie haben die hier lebenden Nachbarvölker die Grenze mit feindlichen, invasiven oder anderen bösartigen Absichten überschritten.“
„Historiker behaupten, dass dies die friedlichste Grenze auf dem europäischen Kontinent ist, und vielleicht nicht nur auf dem europäischen Kontinent“, sagte Lawrow.
Er betonte, dass sein Besuch dazu diente, den diplomatischen Dialog zwischen Moskau und Oslo weiter zu vertiefen.
Norwegen als NATO-Mitgliedstaat und erfahrener Vermittler in internationalen Konflikten könnte die Normalisierung der Beziehungen zwischen Russland und dem Bündnis einleiten, erklärte Lawrow am Freitag bei dem Abendessen im Rahmen der Veranstaltungen zur Befreiung der Roten Armee Nordnorwegens von der Nazi-Besetzung.
„Die norwegische Diplomatie hat große Traditionen, Traditionen der aussöhnenden Vermittlung und dem Wunsch, die Konfliktparteien zu versöhnen. Ich sehe keinen Grund, Norwegen daran zu hindern, die Führung bei der Normalisierung der Beziehungen zwischen der NATO und Russland auf der Grundlage der Gleichheit und des Grundsatzes der gleichen Sicherheit für alle auf unserem gemeinsamen Kontinent Lebenden zu übernehmen.“
Sich auf die Tatsache beziehend, dass Norwegen eben in diesem Sinn zwischen Caracas und Venezuela vermittelt meinte er lächelnd „Venezuela ist wichtig, aber Europa ist näher“.
Der russische Außenminister ist in Kirkenes, um an den Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Befreiung der Roten Armee Nordnorwegens von der nationalsozialistischen Besetzung teilzunehmen.
[hrsg/russland.News]

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