Pawel Durow, der Gründer und Eigentümer von Telegram, äußerte sich in seinem Kanal zur Sperrung des Messengers in Russland. Er erklärte, Telegram werde sich an die aktuelle Situation anpassen und den Datenverkehr „schwieriger zu erkennen und zu blockieren“ machen.
„Telegram wurde in Russland gesperrt – und dennoch nutzen es täglich 65 Millionen Russen über ein VPN, wobei mehr als 50 Millionen täglich Nachrichten versenden.“ Die Regierung hat jahrelang versucht, auch VPNs zu verbieten. Ihre Blockierungsversuche führten zu einer massiven Bankenkrise – gestern war Bargeld für kurze Zeit landesweit das einzige Zahlungsmittel“, schrieb Durow.
Er wies darauf hin, dass der Iran Telegram vor einigen Jahren, im April 2018, gesperrt habe und das Ergebnis „ähnlich wie in Russland“ gewesen sei. Die iranische Regierung „hoffte auf eine massive Verbreitung ihrer Überwachungs-Apps, erhielt stattdessen aber eine massive Verbreitung von VPNs“, so Durow. „Willkommen zurück im digitalen Widerstand, meine russischen Brüder und Schwestern“, fügte er hinzu.
Im Februar kündigte die Medienaufsicht Roskomnadzor an, den Betrieb von Telegram einzuschränken, bis der Messenger die russischen Gesetze einhalte. Im Frühjahr verschärften sich die Einschränkungen. Die russische Zeitung RBK berichtete unter Berufung auf Quellen, dass Telegram Anfang April endgültig gesperrt werden könnte. Der Leiter von Rostelecom, Michail Osejewski, kündigte am 27. März den „baldigen Tod“ des Messengers an. Dies werde „in den nächsten Tagen“ geschehen und sei „gut“, sagte er damals.
Laut Osejewski ist der Telegram-Datenverkehr beim zu Rostelecom gehörenden Betreiber T2 seit Februar um das Zehnfache auf 50 MB pro Nutzer gesunken. Die vom „Kommersant“ befragten Experten gehen jedoch davon aus, dass der tatsächliche Rückgang nicht mehr als 10–18 % beträgt. Sie führen den zehnfachen Einbruch gerade bei T2 auf Versuche der Abonnenten zurück, „Umgehungsmethoden“ zu nutzen.
Anfang März berichtete Forbes auf der Grundlage von Daten von Mediascope, dass im Januar 2026 fast 96 Millionen Menschen auf Telegram zugegriffen hatten. Nach dieser Kennzahl war Telegram laut dem Magazin der beliebteste Messenger in Russland.
Nach den jüngsten massiven Ausfällen bei Banken und in der U-Bahn verbreitet sich im RuNet Spott: „Es sieht so aus, als könnte Telegram die einzige funktionierende Plattform in Russland bleiben.“

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