Ryanair-CEO Michael O’Leary hat einen Brief an das Luftfahrtministerium von Weißrussland geschickt, in dem er die Notlandung des Flugzeugs der Fluggesellschaft als „vorsätzliche“ und „illegale“ Entführung und „verwerfliche Aktion“ bezeichnet, berichtet das Wall Street Journal.
Laut dem Bericht hat Weißrussland gar nicht versucht, die Zentrale von Ryanair zu kontaktieren und sich sogar geweigert, dies zu tun, während die Mitarbeiter des Flughafens Minsk das Flugzeug daran hinderten, erneut zu starten. Der Ryanair-CEO fügte hinzu, dass die weißrussischen Behörden dem Piloten keine andere Möglichkeit ließen, als in Minsk zu landen.
Nach der Ankunft wurde die Besatzung des Flugzeugs sechs Stunden lang von bewaffneten Männern begleitet, fügte er hinzu. O’Leary sagte auch, dass das Gepäck der Passagiere mit Hunden kontrolliert, aber nicht geröntgt wurde, bevor es wieder in das Flugzeug geladen wurde.
Der Crew sei lange Zeit kein Dolmetscher zugeteilt worden, so der Ryanair-Chef. Außerdem habe man lange gebraucht bis man die Erlaubnis bekam aufzutanken und dann hätten sie es zwar getan, wollten aber keine Kreditkartenzahlung akzeptieren.
O’Leary forderte die Freilassung des ehemaligen NEXTA-Chefs Roman Protasevich, der nach der Notlandung der Ryanair-Maschine festgenommen wurde, und die Identifizierung von drei weiteren Personen, die das Flugzeug in Minsk verlassen haben.
Am 23. Mai war die Maschine der Fluggesellschaft Ryanair, die von Athen nach Vilnius unterwegs war, aufgrund einer „Sprengstoffwarnung“ auf Anfrage der weißrussischen Fluglotsen auf dem Flughafen Minsk gelandet. Es wurde von MiG-29-Kampfflugzeugen eskortiert. Es stellte sich heraus, dass Roman Protasevich an Bord war, er wurde festgenommen. Seine Freundin, eine russische Staatsbürgerin, Sofia Sapieha, befand sich auf demselben Flug. Sie wurde für zwei Monate in Minsk inhaftiert. Nach Angaben der Behörden befindet sie sich jetzt im KGB-Gefängnis. Protasevich selbst befindet sich nach Angaben der belarussischen Strafverfolgungsbehörden ebenfalls im Minsker Untersuchungsgefängnis.
[hrsg/russland.NEWS]

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