Die Armut und Probleme in den Bereichen Gesundheitswesen, Bildung und Infrastruktur seien die Hauptfeinde des Landes und die Behörden des Landes hätten diesbezüglich „noch einiges zu tun“, meinte der russische Präsident Wladimir Putin während eines Treffens per Videoschaltung mit den stellvertretenden Premierministern nach der Bekanntgabe der Duma-Wahlergebnisse. In einigen Wahlkampfzentralen habe man laute Hurra!-Rufe vernommen. „Aber es ist noch etwas zu früh, um mit Sicherheit sagen zu können, dass wir alle unsere Ziele erreicht haben. Der Feind ist noch nicht besiegt.“
Putin sieht die Armut eines großen Teils der Bevölkerung sowie ungelöste Probleme in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Bildung und Infrastrukturentwicklung als Feind. „Wir müssen noch an einigen Dingen arbeiten, das ist unser Hauptfeind. Das Hauptziel ist die Verbesserung des Lebensstandards und der Lebensqualität der Bürger unseres Landes“, betonte Putin.
Das Land müsse die Armut auf ein Minimum reduzieren und „eine beträchtliche Anzahl von Menschen aus der Armut herausholen“. Dazu gehöre, dass die Lebensbedingungen von Kindern aus einkommensschwachen Familien verbessert und das Niveau und die Zugänglichkeit von Bildung und Gesundheitsversorgung für alle erhöht werden müsse.
Nach Angaben der Statistikbehörde Rosstat ist der Anteil der Russen mit einem Einkommen unterhalb des Existenzminimums von 12,3 Prozent im Jahr 2019 auf 12,1 Prozent im Jahr 2020 gesunken. Die Gesamtzahl der armen Russen betrug im vergangenen Jahr 17,8 Millionen. Die Weltbank erwartet, dass die Armutsquote in Russland bis 2021 auf 11,4 Prozent sinken wird. Der russische Rechnungshof erklärte, dass die staatlichen Maßnahmen zur Armutsbekämpfung nicht ausreichend auf die Armen ausgerichtet sind. Der Vorsitzende Alexej Kudrin glaubt, dass mehrere hundert Milliarden Rubel erforderlich seien, um die Armut wenigstens zu halbieren.
[hmw/russland.NEWS]

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