Der Anteil ausländischer Fluggesellschaften an internationalen Flügen von/nach Russland ist 2025 deutlich gestiegen: von 30 Prozent (2024) auf 47 Prozent (2025). Ausländische Airlines beförderten dabei rund 25 Prozent mehr Passagiere und kamen auf knapp 24 Millionen Reisende. Russische Airlines wuchsen auf internationalen Strecken dagegen nur leicht (+1,6 Prozent auf 27,4 Millionen), während der Inlandsverkehr zurückging (-3,8 Prozent auf 81,5 Millionen).
Aeroflot-Chef Sergej Alexandrowski fordert deshalb vom Verkehrsministerium und der Luftfahrtbehörde mehr „Parität“ bzw. Regeln, die den wachsenden Ausländeranteil begrenzen; mehrere russische Airlines unterstützen das. Begründung: Internationale Strecken seien wichtig, um über Quersubventionierung Inlandsflüge bezahlbar zu halten.
Experten widersprechen teilweise: Die russischen Airlines seien wegen Kapazitätsgrenzen (u. a. hohe Auslastung) nicht in der Lage, die Nachfrage allein zu bedienen. Ohne ausländische Anbieter wären Tickets deutlich teurer geworden; laut Tourismusvertretern haben Konkurrenz und zusätzliche Kapazität die Preise auf vielen Strecken sogar stark gedrückt (z. B. Türkei/China/Transit über Istanbul).
Als mögliche Kompromissidee wird diskutiert, ausländischen Airlines im Gegenzug Inlandsflüge (Kabotage) oder Wet-Lease zu erlauben – andere Experten halten Zwangsmodelle aber für riskant, weil sie den Rückzug ausländischer Anbieter und damit Preissteigerungen auslösen könnten. Hintergrund bleibt: Seit Kriegsbeginn fehlen russischen Airlines viele westliche Ziele sowie Airbus/Boeing-Neuanschaffungen und Ersatzteile.

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