Der EU-Beauftragte für Außenpolitik, Josep Borrell, sagte, dass die EU-Außenminister am Sonntag im Rahmen eines Treffens über härtere Sanktionen gegen Russland beschließen werden, mehrere russische Banken vom SWIFT-Interbankensystem abzukoppeln.
„Wir werden härtere Wirtschaftssanktionen verhängen, einschließlich des Ausschlusses russischer Banken aus dem SWIFT-System“, twitterte er.
Das außerordentliche virtuelle Treffen der EU-Außenminister wird voraussichtlich am Sonntag um 18:00 Uhr Ortszeit (20:00 Uhr Moskauer Zeit) beginnen.
Am Samstagabend gaben die USA, die EU, Frankreich, Deutschland, Italien, Großbritannien und Kanada eine Vereinbarung bekannt, ausgewählte russische Banken vom SWIFT-System abzukoppeln.
SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunications) ist ein System zur Übermittlung von Finanznachrichten (Zahlungsaufträge, Überweisungsaufträge der Zentralbanken, Referenzinformationen) für die Durchführung von Transaktionen auf dem Markt für Zahlungen, Wertpapiere und derivative Finanzinstrumente. Das System verbindet mehr als 11.000 Finanzinstitute in über 200 Ländern.
Die Bank von Russland gab am Sonntag eine Sondererklärung ab, nachdem Informationen über beispiellose Sanktionen gegen den russischen Finanzsektor bekannt geworden waren, darunter die Drohung, SWIFT abzuschalten und die Vermögenswerte der Zentralbank einzufrieren.
„Die Bank von Russland verfügt über die notwendigen Ressourcen und Instrumente, um die finanzielle Stabilität zu erhalten und die operative Kontinuität des Finanzsektors zu gewährleisten.
Die Bank von Russland wird die Banken kontinuierlich mit Bargeld und unbarer Liquidität in Rubel versorgen. Die Feinsteuerungs-Repo-Auktion am Montag findet ohne Limit statt, wobei alle Anträge der Banken vollständig berücksichtigt werden. Die Bank von Russland wird die Lombardliste erheblich erweitern, um den möglichen Bedarf der Banken an kurzfristiger Liquidität so weit wie möglich zu decken.
Das russische Bankensystem ist stabil und verfügt über ausreichende Kapital- und Liquiditätsreserven, um in jeder Situation reibungslos zu funktionieren. Alle Kundengelder auf den Konten sind gesichert und jederzeit verfügbar.
Die Bankdienstleistungen werden wie gewohnt erbracht. Auch die Bankkarten aller Banken funktionieren auf dem Gebiet Russlands weiterhin normal.
Die Übermittlung von Finanznachrichten innerhalb des Landes wird in jedem Szenario durch das Financial Messaging System (FMS) der Bank von Russland gewährleistet“.
[hrsg/russland.NEWS]

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