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Junge Russen: kein Interesse an Politik

Russen interessieren sich generell nicht sonderlich für Politik. In der russischen Provinz haben selbst junge Studenten wenig Interesse an Politik, zum Teil weil sie politischen Instrumenten – wie Wahlen – überhaupt nicht trauen. Zu diesem Schluss kommt der in Russland bekannte Journalist und Blogger Pawel Prjannikow. Auf seinem Telegram-Kanal Interpreter analysierte er die Ergebnisse soziologischer Umfragen von Tatiana Klyuchnikowa von der Russischen Akademie für Volkswirtschaft und öffentliche Verwaltung und Ekaterina Isajewa von der Staatlichen Universität Orel. Studenten von vier Fachhochschulen wurden befragt. Nach ihren Angaben gab nur einer von vier Jugendlichen an, sich für Politik zu interessieren. Auf die Frage „Haben Sie Vertrauen in das Wahlverfahren?“ antworteten weniger als 4 Prozent, mit „Ja“.

Die Frage „Wie informieren Sie sich am häufigsten über das, was in der Welt und im Lande geschieht?“, ergab folgende Mehrfach-Antworten: soziale Netzwerke und Blogs – 86 Prozent, Nachrichten-Websites – 37 Prozent, Fernsehen – 21 Prozent, Radio – 4 Prozent.

Auf die Frage „Halten Sie die Massenmedien, die für ausländische Agenten erklärt wurden, für eine zuverlässige Quelle?“ haben neun Prozent mit „ja“ geantwortet, 12 Prozent waren „eher dieser Meinung“. 19 Prozent haben mit „nein“ geantwortet, 24 Prozent mit „eher nein“ und 37 Prozent waren unschlüssig,“ teilt Interpreter mit.

Zu ähnlichen Schlussfolgerungen gelangte auch das russischsprachige israelische Online-Magazin Cursor. Die Mehrheit der befragten Jugendlichen gab an, dass sie das Internet, soziale Netzwerke und Telegram-Kanäle nutzen, um auf dem letzten Stand zu sein, weil „es bequem, einfach und immer zur Hand ist“. Außerdem merkten die Befragten an, dass die Informationen in Telegram „kurz und prägnant präsentiert werden, man muss nicht viel Zeit investieren“. Geschwindigkeit und Format sind dabei entscheidend.

[hrsg/russland.NEWS]

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