Putin verkündet Fertigstellung des ersten Strangs von Nord Stream 2

Putin verkündet Fertigstellung des ersten Strangs von Nord Stream 2

Die Verlegung des ersten Strangs der Gaspipeline Nord Stream 2 wurde heute abgeschlossen. Präsident Wladimir Putin verkündete dies gestern auf dem St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum (SPIEF).

„Ich freue mich, Ihnen sagen zu können, dass genau heute, vor zweieinhalb Stunden, die Rohrverlegung für den ersten Strang der Nord Stream 2-Gaspipeline erfolgreich abgeschlossen wurde und die Arbeiten am zweiten Strang weitergehen. Die gesamten Leitungsarbeiten, einschließlich des Offshore-Abschnitts, sind abgeschlossen.“

Putin sagte, dass es etwa 10 Tage dauern würde, bis Nord Stream mit der Lieferung von Gas durch den ersten Strang beginnt, während der zweite Strang innerhalb von anderthalb bis zwei Monaten verlegt werden soll.

Laut Putin ist Gazprom schon jetzt bereit, die Pipeline zu füllen. Nord Stream 2 muss nach der Inbetriebnahme gemäß den Regeln des deutschen Bundesrechts und der europäischen Gasrichtlinie betrieben werden. Dies bedeutet, dass die Unternehmen, die Gas liefern, und die Unternehmen, die das Gas transportieren, getrennt sein müssen.

Der Betreiber muss völlig unabhängig von Gazprom sein, und 50 Prozent der Pipelinekapazität sind für alternative Anbieter reserviert. Ausnahmen für Gazprom sind nur nach ausdrücklicher Genehmigung durch die Europäische Kommission möglich.

Nach Putins Erklärung erreichte der Kurs der Gazprom-Aktie sein Maximum seit 2008.

Das Projekt Nord Stream 2 sieht den Bau einer 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr fassenden Gaspipeline von der russischen Küste durch die Ostsee nach Deutschland vor – unter Umgehung der baltischen Staaten und Polens. Sie wird von der Nord Stream 2 AG mit Gazprom als alleinigem Anteilseigner realisiert.

In den USA wird die Pipeline als Bedrohung für die europäische Energiesicherheit angesehen: Die Verhängung von Sanktionen gegen die Projektbeteiligten hält Washington jedoch inzwischen für kontraproduktiv.

[hrsg/russland.NEWS]

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