Auf der von Russland annektierten Krim halten sich nach Angaben des russischen Reiseveranstalterverbands ATOR derzeit zwischen 150.000 und 200.000 Touristen auf. Wie der Vizepräsident des Verbands für Inlandstourismus, Sergej Romaschkin, erklärte, seien davon nur etwa 30.000 bis 40.000 Urlauber mit organisierten Reisen auf die Halbinsel gekommen.
Die meisten Besucher seien nach ATOR-Angaben individuell unterwegs. Rund 80 Prozent seien mit dem eigenen Auto angereist und könnten ihren Urlaub bei Bedarf selbst abbrechen. Für Bahnreisende, die früher abreisen wollen, verweist der Verband auf Verbindungen des Betreibers „Grand Service Express“ ab Kertsch. Allerdings war die Zahl der Tavria-Züge auf die Krim und zurück zuvor bereits deutlich reduziert worden.
Wenige Stunden vor der ATOR-Mitteilung hatten die Behörden der Krim und Sewastopols einen regionalen Ausnahmezustand verhängt. Krim-Chef Sergej Aksjonow begründete den Schritt nicht mit unmittelbarer Gefahr für Touristen, sondern mit der Notwendigkeit, wirtschaftliche Fragen zu ordnen und das Funktionieren lebenswichtiger Bereiche zu sichern.
Seit Anfang des Monats gelten auf der Krim Einschränkungen beim Verkauf von Treibstoff. Die Behörden führen diese auf logistische Schwierigkeiten zurück, die nach ukrainischen Angriffen auf Verkehrsverbindungen entstanden seien. Damit wird die Sommersaison auf der Krim zunehmend von Transport- und Versorgungsproblemen überschattet.
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