Beliebtheit von VPNs steigt, Zustimmung für Putin sinkt

Beliebtheit von VPNs steigt, Zustimmung für Putin sinkt

Die Sperrung des in Russland weit verbreiteten Messengers Telegram und die fast zweimonatige Abschaltung des mobilen Internets in Moskau bleiben offenbar auch politisch nicht ohne Folgen. Nach Angaben aus dem Umfeld des Digitalministeriums führten schon kleinere Einschränkungen bei Telegram dazu, dass der Dienst faktisch kaum noch nutzbar war. Das löste Kritik nicht nur bei regimetreuen Militärbloggern, sondern auch bei Gouverneuren russischer Grenzregionen aus, da Telegram an der Front in großem Umfang genutzt wird.

Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach Diensten zur Umgehung staatlicher Internetsperren deutlich an. Laut Yandex-Daten wurde der Begriff „VPN“ im Dezember 2025 rund 12 Millionen Mal gesucht, im März 2026 bereits 16 Millionen Mal. Nach Schätzungen des Technologieexperten Michail Klimarjow könnten inzwischen bis zu 65 Millionen Menschen in Russland VPN-Dienste nutzen.

Parallel dazu sank laut dem Meinungsforschungsinstitut Wziom die Zustimmung für Präsident Wladimir Putin. Anfang April lag sie demnach mit 67,8 Prozent um 7,3 Prozentpunkte unter dem Stand vom Januar. Damit fiel der Wert erstmals seit der Zeit vor Beginn des Krieges gegen die Ukraine wieder unter 70 Prozent.

Wie The Bell und Bloomberg unter Berufung auf Insider berichten, wächst im Machtapparat die Kritik an den vom FSB vorangetriebenen Internetbeschränkungen. Einzelne hochrangige Beamte warnen demnach vor politischen und wirtschaftlichen Risiken. Ob es deshalb zu einer Lockerung bei Telegram kommt, ist offen. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte lediglich, die Einschränkungen würden so lange gelten, wie sie „notwendig“ seien.

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