Russland hat mit dem Aufbau eines Starlink Äquivalents begonnen

Russland hat mit dem Aufbau seines geplanten Starlink-Äquivalents begonnen: Das private Raumfahrtunternehmen Büro 1440 brachte am 23. März die ersten 16 Serien-Satelliten der neuen Kommunikationskonstellation Rasswet erfolgreich in eine Transferbahn. Nach Angaben des Unternehmens wurden die Satelliten von der Trägerrakete Sojus-2.1b abgetrennt und anschließend vom Kontrollzentrum übernommen.

Mit dem Start beginnt nach Darstellung von Büro 1440 der Übergang von der Experimentierphase zum Aufbau eines regulären Kommunikationsdienstes. Zwischen den ersten Testsatelliten und dem jetzigen Serienstart lagen demnach genau 1000 Tage. In den kommenden Monaten sollen zunächst die Bordsysteme überprüft und die Satelliten in ihre Zielumlaufbahn gebracht werden.

Die Rasswet-Satelliten sollen ein Breitband-Internetnetz in niedriger Erdumlaufbahn bilden und künftig auch Verbindungen in Zügen und Flugzeugen ermöglichen. Technisch setzt das System laut Büro 1440 unter anderem auf eine 5G-NTN-Architektur, Laserterminals für die Kommunikation zwischen den Satelliten sowie Plasmatriebwerke. Der kommerzielle Betrieb ist für 2027 vorgesehen.

Beim geplanten Ausbau der Konstellation nennen die Berichte unterschiedliche Zwischenziele: Bis 2027 sollen rund 250 bis 300 Satelliten im Orbit sein, langfristig ist von 900 Satelliten bis 2035 die Rede. Frühere Schätzungen gingen für das Projekt bis 2030 von Kosten in Höhe von 445 Milliarden Rubel aus. Die Konstellation ist Teil des russischen Nationalprojekts „Datenwirtschaft“.

Beobachter sehen in Rasswet die russische Antwort auf Elon Musks Starlink-System. Allerdings liegt Russland beim Aufbau deutlich zurück: SpaceX begann bereits 2019 mit dem Einsatz seiner ersten operativen Starlink-Satelliten und verfügt inzwischen über eine Konstellation von mehr als 10.000 Satelliten. Hinzu kommt, dass SpaceX mit Falcon 9 auf eine eigene wiederverwendbare Trägerrakete zurückgreifen kann, während Rasswet weiterhin mit der Sojus-2.1b startet.

Besondere Bedeutung erhält das Projekt auch vor dem Hintergrund des Krieges gegen die Ukraine. Russische Medien und Beobachter verweisen darauf, dass der eingeschränkte Zugang der russischen Streitkräfte zu Starlink die eigenen Kommunikationsprobleme verschärft habe. Deshalb gilt Rasswet in Russland nicht nur als Prestigeprojekt, sondern auch als strategisch wichtiges Vorhaben, dessen Erfolg nun von zahlreichen weiteren Starts abhängt.

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