Nach dem Fall um Werbung in Telegram hat die FAS ein ähnliches Verfahren wegen Werbung auf YouTube eingeleitet – aufgrund eines Schreibens der Medienaufsicht Roskomnadzor über Werbung für Nussriegel im Kanal der Bloggerin Alexandra Posnowa (2,5 Millionen Abonnenten). Das Verfahren wurde am 25. Februar eingeleitet, einen Tag vor dem Verfahren wegen Werbung in Telegram für die Modebloggerin Maria Loskutowa. Posnowa berichtete am 6. März davon und erhielt die Benachrichtigung am 5. März, dem Tag, an dem auch das Verfahren gegen Loskutowa (97.000 Abonnenten) bekannt wurde. Die Verhandlung ist für Ende März angesetzt.
Die Werbung in Alexandra Posnowas Video war ordnungsgemäß gestaltet – mit Vertrag und Kennzeichnung. In der Entscheidung der FAS heißt es, dass YouTube „in Russland nicht gesperrt, aber in das Register unerwünschter Ressourcen aufgenommen“ sei und der Zugang zu YouTube aufgrund von Serververlangsamungen „formal eingeschränkt“ sei. Posnova beabsichtigt, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Ihrer Meinung nach hat die FAS in ihrer Entscheidung weder eine konkrete Entscheidung noch ein Schreiben der Roskomnadzor über die Zugangsbeschränkung angeführt.
In einem Kommentar gegenüber der Rossijskaja Gazeta“ bestätigte die FAS ihre allgemeine Position: Jede Werbung in Telegram verstößt nun gegen das Gesetz „Über Werbung“. Die Logik dahinter ist folgende: Seit dem 1. September 2025 ist Werbung auf Ressourcen mit eingeschränktem Zugang verboten und da Telegram in Russland gesperrt ist, sind auch alle Kanäle darin verboten. Verantwortlich sind sowohl der Werbetreibende als auch der Werbedienstleister. Die Strafen betragen für juristische Personen bis zu 500.000 Rubel und für Einzelunternehmer bis zu 20.000 Rubel für jede Veröffentlichung.
Gestern bestätigte die FAS gegenüber der Zeitung Kommersant, dass das Verbot für Werbung auf Telegram, YouTube, WhatsApp, Instagram und Facebook sowie in VPN-Diensten gilt.
Laut dem Wirtschaftsportal The Bell könnte Roskomnadzor bereits im April mit der vollständigen Sperrung von Telegram beginnen. Bei einem Treffen mit Wladimir Putin wurde der Messenger heute als „feindliche Kommunikationsform” bezeichnet. Man kam zu dem Schluss, dass stattdessen der weiterentwickelte nationale Messenger Max an der Front eingesetzt werden sollte.

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