Mehr als die Hälfte der Russen (55 Prozent) lehnen die Legalisierung von Online-Casinos eher ab, wie die Ergebnisse einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Wziom zeigen. Die Telefonumfrage wurde im Februar 2026 durchgeführt, daran nahmen 1.600 Russen über 18 Jahre teil. Etwa ein Drittel der Befragten (30 Prozent) gaben an, dass sie diese Idee eher unterstützen, weitere 15 Prozent hatten Schwierigkeiten mit der Antwort.
Unter den Befürwortern der Legalisierung sind 58 Prozent der Meinung, dass sie zusätzliche Einnahmen für den Haushalt bringen, die Zahlung von Steuern sicherstellen und dem Staat zugutekommen wird. Weitere 26 Prozent glauben, dass die Initiative die Transparenz des Marktes erhöhen und ihn aus der Schattenwirtschaft herausholen wird. 10 Prozent der Befürworter der Idee sprechen von sozialen Auswirkungen und weisen darauf hin, dass die Legalisierung Menschen mit Spielsucht helfen kann. Die übrigen Antworten machten 6 Prozent aus.
Unter den Gegnern der Legalisierung sind 38 Prozent der Meinung, dass diese zu einer Zunahme der Abhängigkeit führen würde. Weitere 37 Prozent bezeichnen Glücksspiele als Betrug und illegales Geschäft. 14 Prozent halten die Initiative für unzweckmäßig. Ihrer Meinung nach würde die Legalisierung von Online-Casinos zu einer „Ausbeutung der Menschen durch den Staat” führen. Sie merkten auch an, dass der Haushalt auf andere Weise aufgefüllt werden sollte, und räumten ein, dass letztendlich nur ein begrenzter Personenkreis davon profitieren würde. Weitere Antworten gaben 8 Prozent der Befragten, 3 Prozent hatten Schwierigkeiten, ihre Position zu erklären.
Die Pressestelle von Wziom teilte mit, dass Glücksspiel für die Mehrheit der Russen keine legitime Form der Freizeitgestaltung sei und in der öffentlichen Wahrnehmung weiterhin als toxisch und betrügerisch gelte. Ihren Worten zufolge stößt die Initiative zur Legalisierung auf Skepsis bei den Russen, die nicht glauben, dass „ein Casino, selbst ein staatliches, verlieren kann”.
Ein Vertreter der gemeinnützigen Organisation „Zentrum zur Bekämpfung der Spielsucht“, stellte fest, dass die Mehrheit der Russen die Legalisierung von Online-Casinos aufgrund der mit der Spielsucht verbundenen Folgen nicht unterstützt. Derzeit gibt es in Russland mehr als 5 Millionen aktive Spieler, von denen 12 Prozent ernsthafte Probleme aufgrund von Glücksspielen haben könnten, fügte er hinzu.
Im Januar schlug das Finanzministerium vor, die Legalisierung von Online-Casinos in Russland unter bestimmten Bedingungen zu prüfen. Diese Initiative wurde von Finanzminister Anton Siluanow an den russischen Präsidenten Wladimir Putin weitergeleitet, wie zwei mit dem Inhalt des Schreibens vertraute Quellen gegenüber der russischen Zeitung Kommersant angaben. Zur Umsetzung dieser Initiative könnte ein spezieller Betreiber gegründet werden, der monatlich mindestens 30 Prozent der Einnahmen abzüglich der ausgezahlten Gewinne abführt. Dieser wird vom russischen Präsidenten auf Vorschlag der Regierung bestimmt, wie aus dem Vorschlag des Finanzministeriums hervorgeht.
Derzeit sind Online-Casinos in Russland verboten. Nur Buchmacher und Totalisatoren dürfen legal Glücksspiele im Internet anbieten. Nach Schätzungen des Finanzministeriums belief sich das Volumen dieses Marktes im Jahr 2024 auf 1,7 Billionen Rubel (derzeit 18,7 Milliarden Euro). Im Falle der Umsetzung der Initiative könnten die Einnahmen des Bundeshaushalts aus der Legalisierung nach Ansicht des Ministeriums jährlich etwa 1,1 Milliarden Euro erreichen.

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