Auf der Startrampe Nr. 31 des Kosmodroms Baikonur sind die Sanierungsarbeiten an der Wartungskabine abgeschlossen, teilte die staatliche Korporation Roskosmos der Zeitung Kommersant mit. Bei der Wartungskabine handelt es sich um eine Metallkonstruktion mit Plattformen und Trägern, die dem Personal während der Startvorbereitungen Zugang zur Rakete und zum Raumschiff ermöglicht. Von diesem Komplex aus werden russische bemannte Raketenstarts durchgeführt.
Die Sanierungsarbeiten dauerten etwas mehr als zwei Monate. Mehr als 150 Mitarbeiter von Roskosmos und vier Subunternehmer waren daran beteiligt. In dieser Zeit wurden rund 2.350 Quadratmeter Metallkonstruktionen vorbereitet und lackiert, Befestigungselemente ausgetauscht und die elektrische Ausrüstung komplett erneuert. Zudem wurden mehr als 250 Laufmeter Schweißnähte ausgeführt.
Laut Roskosmos war die Montage der Längs- und Querträger, großer Gitterkonstruktionen, die das Tragwerk der Kabine bilden, die schwierigste Aufgabe. Jede von ihnen ist 19 Meter lang und wiegt etwa 17 Tonnen. Die Montage erfolgte durch die Feueröffnung der Startanlage, einen vertikalen Kanal unter der Rakete, durch den beim Start die Flammen und Gase des Triebwerks abgeleitet werden. Aufgrund des begrenzten Platzangebots konnte das Standardverfahren zum Anheben nicht angewendet werden. Die Träger wurden schrittweise in den Gaskanal (Teil des Strahlabfuhrsystems) abgesenkt, anschließend angehoben und in ihrer vorgesehenen Position innerhalb der Nische der Startkonstruktion fixiert.
Roskosmos-Chef Dmitri Bakanow erklärte, dass die Reparaturarbeiten innerhalb des geplanten Zeitrahmens abgeschlossen worden seien und ab morgen die Vorbereitungen für den Start des Frachtraumschiffs Progress beginnen würden. Dieser ist für den 22. März vorgesehen.
Der Unfall auf der Startrampe 31 in Baikonur ereignete sich am 27. November des vergangenen Jahres beim Start der Trägerrakete Sojus-2.1a mit dem Raumschiff Sojus MS-28. Der Start selbst verlief planmäßig, doch unmittelbar nach dem Abheben der Rakete beschädigte der gasdynamische Stoß ihrer Triebwerke die untere ausfahrbare Wartungskabine. Diese hätte sich in einer Nische unter dem Starttisch verstecken sollen, landete jedoch in einem Gasableitungskanal.

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