Der östliche und zentrale Teil des Meerbusens sind vollständig mit Eis bedeckt. Eine derart starke Vereisung wurde seit über zehn Jahren nicht mehr beobachtet, wie die Pressestelle des Instituts für Weltraumforschung der Russischen Akademie der Wissenschaften (IKI RAN) mitteilte.
Das Gefrieren wurde auf Aufnahmen des amerikanischen Satelliten JPSS1 vom 14. Februar sowie auf detaillierteren Aufnahmen des russischen Satelliten „Meteor-M“ Nr. 2-4, die zu einem späteren Zeitpunkt erstellt wurden, festgehalten. Auf den Bildern sind die Struktur des Eises und die von Schiffen im Eismassiv hinterlassenen Spuren gut zu erkennen.
Die schwierigen Eisbedingungen im Finnischen Meerbusen und die obligatorischen Anforderungen an die Unterwasserinspektion von Schiffen haben den Export über die Seehäfen des Nordwestens praktisch lahmgelegt. Mit solchen Warnungen wandten sich Branchenverbände von Metallurgen, Düngemittelherstellern und Stauereibetrieben an die Behörden.
Aufgrund des ungewöhnlich schnellen Eiswachstums verschärfen die Hafenmeister die Navigationsvorschriften. Seit dem 16. Februar dürfen Schiffe ohne Eisklasse (Ice1) im Großen Hafen von St. Petersburg nur noch unter individueller Begleitung fahren. Ab dem 19. Februar werden Schiffe dieser Art bei einer Eisdicke von 30 cm überhaupt nicht mehr zum Fahren zugelassen und Schiffe der Klassen Ice1 und Ice2 benötigen einen Eisbrecher. Ähnliche Beschränkungen wurden in Ust-Luga eingeführt.
Die Situation wird durch den Mangel an Eisbrechern zusätzlich verschärft. Die Durchfahrt eines Schiffes dauert bis zu zwölf Stunden. Der Verband „Russische Stahlindustrie“ erklärt, dass der Mangel an Eisbrechern in Verbindung mit den langen Durchfahrtszeiten „den Export von Metallprodukten praktisch lahmlegt“.
Das Hauptproblem war jedoch nicht nur das Eis. Wie die Vereinigung der Seehandelshäfen (ASOP) feststellt, ist es aufgrund des dichten Packeises in der Region um die Insel Gogland physisch unmöglich, die vorgeschriebenen Tauchinspektionen des Unterwasserschiffs durchzuführen. Bereits vor der Eisbildung betrug die durchschnittliche Dauer eines solchen Verfahrens in der Ostsee mehr als elf Stunden und ist jetzt überhaupt nicht mehr möglich.
Das Verkehrsministerium teilte mit, dass bereits das multifunktionale Rettungsschiff „Spasatel Karev“ eingesetzt wurde und der Eisbrecher „Murmansk“ am 19. Februar erwartet wird. Darüber hinaus hat das Ministerium bei „Rosatom“ einen atomgetriebenen Eisbrecher für Einsätze in der Finnischen Bucht angefordert. Zudem prüft das Verkehrsministerium die Möglichkeit einer individuellen Bewertung der Eisfähigkeit für Schiffe mit niedriger Eisklasse, um ihnen den Zugang zu Häfen ohne strenge Beschränkungen zu ermöglichen.

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