Wie geht es Edward Snowden heute in Russland?

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Moskau – Edward Snowden, der ehemalige Mitarbeiter einer Beratungsfirma der National Security Agency (NSA) in den USA, der den größten Abhörskandal der Geschichte aufgedeckte fühlt sich wohl in seiner neuen Heimat Russland, auch wenn er in bescheidenen Verhältnissen lebt. Snowden, der Details über die US-amerikanischen und britischen Ausspähprogramme Prism und Tempora enthüllte, ist einer der meistgesuchten Menschen der Vereinigten Staaten von Amerika.

Edward Snowden sein russischer Anwalt, Anatoli Kutscherena, sagte heute am Donnerstag im russischen Fernsehen: „Die Gefahr einer Verfolgung von Edward, durch die amerikanische Seite, besteht weiter.“ „Edwards Lebensweise ist heute recht verschlossen. Dies hängt in erster Linie damit zusammen, dass er von einem recht großen Staat verfolgt wird – ich meine die US-Regierung. Diese Gefahr bleibt bestehen, und wir sind uns dessen bewusst“, führte der Jurist weiter aus. Laut dem Anwalt verhandelt Edward Snowden mit keinen anderen Ländern mehr über die Asylgewährung.

Edward Snowden will laut seines Anwaltes Anatoli Kutscherena eine Arbeit in Russland aufnehmen. „Ich denke, er wird arbeiten gehen“, sagte Kutscherena am Mittwoch, ohne eine präzise Arbeitsvorstellung zu nennen. „Edward lebt im Moment von Ersparnissen und Spenden“, sagte der Anwalt. Mitte September hatte Edward Snowdens Anwalt geäußert, dass der IT-Sicherheitsspezialist in Russland als Bürgerrechtler arbeiten könnte. Nach neuen Enthüllungen befragt, sagte Kutscherena, dass Snowden „über einige Fragen bestimmt informieren wird“.

Der Vater von Edward Snowden, Lon Snowden, traf heute in Moskau ein. Im russischen TV-Sender Rossija 24 sagte er: „Ich zweifle daran, dass mein Sohn in die USA zurückkehren wird. Er ist schon ein erwachsener Mensch. Ich bin da, um mit dem Anwalt Kutscherena zusammenzutreffen und mehr über das Schicksal meines Sohnes zu erfahren. Ich hoffe natürlich, die Gelegenheit wahrzunehmen, um meinen Sohn zu sehen.“

Trotz anderslautender Meldungen hat Vater Snowden keinen direkten Kontakt mit seinem Sohn gehabt und er weiß auch nichts von dessen Plänen. „Worin ich tatsächlich sicher bin: Edward ist kein Verräter. Er ist ein Enthüller“, so Lon Snowden.

Edward Snowden gab Anfang Juni Details zu geheimen Spähprogrammen der US-Geheimdienste preis. Snowden hielt sich zunächst in Hongkong auf und kam dann nach Moskau. Da die USA seinen Pass annulliert hatten, konnte er wochenlang den Transitbereich des Moskauer Flughafens „Scheremetjewo“ nicht verlassen. Im Juli ersuchte der Whistleblower Russland um zeitweiliges Asyl, das ihm für ein Jahr gewährt wurde – mit der Auflage, dass Snowden der USA keinen weiteren „Schaden“ zufügt.