Wie analysiert die russische „neue Linke“ die Situation im Land

Vasily Koltaschow (li) und Boris Kagarlitzky (re) Foto: Ulrich Heyden

[Ulrich Heyden] Die liberale Elite in Russland zwingt Putin in der Ost-Ukraine zum Nachgeben, meinen zwei russischen Autoren. Der Kreml-Chef ähnele immer mehr Gorbatschow, der bereit war, mit dem Westen einen Kompromiss zu schließen.

Die Dämonisierung von Wladimir Putin durch die deutschen Medien treibt die tollsten Blüten. Die Berichte über Russland sind auffällig einförmig, oft fehlen Belege und Fakten. Alles dreht sich nur noch um den angeblich allmächtigen Putin. Was die Menschen in Russland selber sagen und fühlen, kommt in den Medienberichten kaum noch vor. Warum? Mit der einförmigen und angsteinflößenden Berichterstattung und dem Gerede vom „russischen Expansionismus“, der Europa bedroht, will man den russischen Präsidenten offenbar unter Druck setzen. Denn dem Westen schwebt offenbar ein ganz anderes Russland vor, als das, welches zurzeit existiert.

Auffällig ist, dass bei fast allen Russland-Analysen die soziale Realität in Russland ausgeklammert wird. Deshalb ist es interessant, einmal zu schauen, wie Vertreter der russischen „neuen Linken“ die derzeitige Situation in ihrem Land analysieren. Die Autoren Boris Kagarlitsky und Vasily Koltaschow vom Moskauer Institut für Globalisierung und soziale Bewegungen schreiben in ihrer am 23. Oktober in der Internetzeitung rabkor.ru veröffentlichten Analyse von einem „liberalen Putsch“ in Moskau. Die Thesen der beiden Autoren erstaunen und sind teilweise nicht belegt. Und doch fällt es nicht leicht, überzeugende Gegenargumente zu finden.

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